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Tödliche Krankheit für Hirsche: Neuer CWD-Ausbruch in Norwegen

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Kathrin Führes
am
Mittwoch, 18.11.2020 - 17:13
Rentier-Herde-Norwegen © TRFilm - stock.adobe.com
Im Jahr 2016 wurde CWD erstmals in Norwegen nachgewiesen.

Die gefährliche, immer tödlich verlaufende Prionenkrankheit Chronic Wasting Disease (CWD) breitet sich in Norwegen weiter aus. Wie das Norwegische Veterinärinstitut berichtet, wurde im September bei einem erlegten Rentier auf der Hardangervidda Hochebene, im Süden Norwegens, die gefährliche Erkrankung nachgewiesen. Es ist der erste Nachweis außerhalb der Region Nordfjella, in der 2016 erstmalig CWD festgestellt wurde. Seitdem seien mehr als 100.000 Cerviden in Norwegen auf CWD getestet worden – 20 waren positiv, so das Veterinärinstitut. Allein in Hardangervidda wurden in diesem Jahr 518 Tiere untesucht, von denen bis dahin alle negativ waren. Wie CWD nun dorthin gelangen konnte, ist unklar. In Hardangervidda kommt die größte freilebende Rentierpopulation in Norwegen mit rund 8.000 bis 10.000 Tieren vor.

Einschleppung durch Lockmittel?

Experten gehen davon aus, dass CWD ursprünglich durch Lockmittel – welche aus dem Urin infizierter Tiere hergestellt wurden – aus den USA nach Norwegen eingetragen wurde. Ob dies nun auch für die Weiterverbreitung verantwortlich sein kann, ist unbekannt. Der Ausbruch der Prionenkrankheit könnte jedoch schwerwiegende Folgen für die Rentierpopulation und andere Hirschartige in Hardangervidda haben. Denn tritt CWD einmal in einem Gebiet auf, bleibt dieses bis auf weiteres kontaminiert, denn die Prionen bleiben auch im Boden infektiös. Versuche in den USA, die kontaminierten Böden mit Hitze oder chemischen Substanzen zu reinigen, scheiterten.


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