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Todesfalle für Wild bleibt

Auch diese Kitz ertrank und musste aus dem Fangrechen geborgen werden. © Joachim Knabben

Der etwa ein Meter breite und 60 Zentimeter tiefe Graben wurde vor rund 45 Jahren angelegt, um Kühlwasser eines nahegelegenen Kraftwerks abzuführen. Nie gab es Probleme, bis 2012 ein 1,7 Kilometer langer Zaun auf einer der Uferseiten gebaut wurde. Die Stadt hatte dies veranlasst, da ein Hund in das Fließgewässer gefallen war und gerettet werden musste.

„Nach 40 Jahren ist der Stadt aufgefallen, dass sie den Graben sichern muss. Der Zaun war eine reine Kurzschlussreaktion, ohne die Folgen zu beachten“, erklärt Jagdpächter Joachim Knabben gegenüber jagderleben. Denn seit dem muss Knabben regelmäßig tote Rehe aus dem Fangrechen bergen. Kleinere Tiere wie Hasen bekomme er dabei nicht mal mit.

Der Graben mit dem umstrittenen Zaun. © Joachim Knabben

Der Graben mit dem umstrittenen Zaun.

Maßnahmen zu teuer

Bevor der Zaun da war, hätte das Wild einfach den Ablauf übersprungen. Heute prallen sie auf der anderen Uferseite gegen das Drahtgeflecht und rutschen danach ins schnell fließende Wasser. Dabei könnte man den Kanal nach Ansicht des Jägers auch in Rohre verlegen. So wird es zumindest in den Flussabschnitten davor und danach gemacht.

Auch die Umwandlung in ein natürliches Gewässer wurde vorgeschlagen. Dem Umweltauschuss scheinen diese Lösungen nach Angaben von „rp-online.de“ aber zu teuer. Außerdem wäre die Maßnahmen nicht nötig, da man ja seiner Pflicht zur Verkehrssicherung nachkommen würde. Auf eine Stellungnahme seitens der Stadt warteten wir bis Redaktionsschluss vergeblich.


Rasso Walch Der studierte Förster stammt aus einer traditionellen Jägerfamilie und hat seine Jägerprüfung bereits im Alter von 14 Jahren abgelegt.
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