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Todesfalle für Fledermäuse

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Sonntag, 27.11.2011 - 01:44
Die Umgebung von Windrädern sollte so gestaltet werden, dass Greifvögel hier keine Beute finden. © Jens Krüger

Grüne Energie mit Aderlass. Foto: Jens Krüger

Um die streng geschützten nachtaktiven Tiere vor Schäden zu bewahren, haben Forscher der Leibniz-Universität Hannover gemeinsam mit Kollegen der Uni Erlangen-Nürnberg ein Computerprogramm entwickelt, das nun praktisch erprobt werden soll. Das Bundesumweltministerium stellt dafür 400 000 Euro zur Verfügung. "In den bundesweit 72 von uns untersuchten Windenergieanlagen verunglücken im Schnitt knapp zehn Fledermäuse jährlich", sagte Projektleiter Prof. Michael Reich vom Institut für Umweltplanung.
Das Töten von Fledermäusen ist aber nach EU-Recht verboten. Behörden dürfen neue Windenergieanlagen nur dann genehmigen, wenn diese die seltenen Tiere nicht gefährden. Die Insektenjäger kommen Reich zufolge vor allem in warmen Sommernächten in den Anlagen zu Tode. Wenn starker Wind herrscht, fliegen keine Fledermäuse. Auch der Standort ist entscheidend. Bei den Untersuchungen wurden an manchen Anlagen keine einzige tote Fledermaus entdeckt, an anderen Orten waren es bis zu 57 tote Tiere. Die Tiere sterben in vielen Fällen nicht durch direkten Kontakt mit den Rotorblättern, sondern erleiden durch die starken Druckunterschiede Schäden an inneren Organen.
Der beschlossene Ausstieg aus der Atomkraft macht den Bau weiterer großer Windparks auch in Mittelgebirgen notwendig. "In vielen Fällen sind Windparks im Binnenland für Fledermäuse problematischer als für Vögel", sagte Reich. Es gebe jedoch auch Standorte, wo z. B. Greifvögel wie der Rotmilan öfter zu Tode kämen. Das Computerprogramm macht es möglich, einzelne Anlagen nach Bedarf in Zehn-Minuten-Intervallen an- und auszuschalten. Derzeit suchen die Wissenschaftler Betreiber von Windparks um zu testen, ob das Risiko von Zusammenstößen auf diese Weise tatsächlich verringert werden kann und welche Ertragseinbußen das für die Betreiber bedeutet. dpa