Home News Tirol: Streit um Rotwildbestand

Tirol: Streit um Rotwildbestand

Sein Gutachten steht in der Kritik: Prof. Dr. Fritz Reimoser. Foto: Kerstin Kellermann © Kerstin Kellermann

Im Vorfeld einer geplanten Novellierung des Tiroler Jagdgesetzes bezweifeln die Jäger die von Gutachter Prof. Dr. Fritz Reimoser vorgelegten Zahlen zum Rotwild. Reimoser geht danach von einem Bestand von rund 30.000 Stück Rotwild in dem Bundesland aus. Das sind rund ein Drittel mehr als zuvor angenommen. Um dieses Drittel soll der Bestand reduziert werden.
Die Jäger kontern: Im Jahr 2009 wurden rund 11.000 Stück Rotwild erlegt, für das Jahr 2010 wird mit ähnlich hohen Abschusszahlen gerechnet. Demgemäß können die ermittelten Bestandzahlen nicht stimmen. Diese Zahlen würden dagegen belegen, dass der Wildbestand hoch, in manchen Regionen zu hoch sei, stellt die Forstbehörde fest. Das zeige sich auch daran, dass die Wildschäden im Wald ständig zunehmen würden. Eine Ursache für den zu hohen Wildbestand wird in der durchgängigen Winterfütterung gesehen. Damit fehle laut Forst die natürliche Auslese im Wildbestand und jedes Tier komme durch.
Die Waidmänner dagegen fühlen sich nach einem Bericht des Österreichischen Rundfunks (ORF) im Vorfeld der geplanten Novelle ohnehin vom Forst hintergangen. Während die Jäger die in einer diesbezüglichen Arbeitsgruppe gemachten Vorschläge noch besprechen und in Ruhe dazu Stellung nehmen wollten, seien längst Fakten geschaffen worden. Ihr Verdacht: Landesforst, Landwirtschaftskammer und Großgrundbesitzern haben sich schon vor Monaten mit einander abgesprochen. Dabei seien auch schon konkrete Änderungen für die Jagdgesetznovelle definiert worden. Von "fertigen Gesetzentwürfen in der Schublade" ist in österreichischen Medien die Rede. Außen vor: Die Jägerschaft. Und das, obwohl vereinbart gewesen sei, dies gemeinsam zu besprechen. BHA/RJE