+++ Afrikanische Schweinepest bisher bei 2.397 Wildschweinen nachgewiesen (Stand 16.10.2021) +++
Home News Tinitus nach Schuss: Wanderin klagt gegen Jäger

Tinitus nach Schuss: Wanderin klagt gegen Jäger

Kathrin-Fuehres © Kathrin Führes
Kathrin Führes
am
Sonntag, 02.05.2021 - 16:11
Jaeger-am-Berg © Michal - stock.adobe.com
Der Jäger hatte ein Murmeltier erlegt.

Mit einem ungewöhnlichen Fall musste sich der Oberste Gerichtshof (OGH) in Österreich kürzlich beschäftigen. Eine Wanderin verlangte Schadensersatz, nachdem sie angeblich durch einen Schuss einen Tinitus erlitten hatte. Der angeklagte Jäger hatte in einem Almgebiet, welches zugleich auch ein Wandergebiet ist, ein Murmeltier erlegt. Die Spaziergängerin befand sich zur Zeit der Schussabgabe 122 Meter von dem Jäger entfernt und klagte nach dem Knall über Ohrenschmerzen und Tinitus. Sie machte dafür den Jäger verantwortlich und forderte Schadensersatz.

Keine Gefährdung der körperlichen Sicherheit

Doch bereits das erste Gericht sah beim Jäger kein schuldhaftes Verhalten. Die Wanderin legte gegen das Urteil Revision ein, doch auch der Oberste Gerichtshof bestätigte die Entscheidung des ersten Gerichts. „Aufgrund ihrer Distanz von 122 m zum Ort der Schussabgabe kann bei ihr kein Knalltrauma entstanden sein. Sie erlitt aber durch den Schussknall eine Geräuschüberempfindlichkeit, die sehr selten und bei äußerst wenigen Personen auftritt. Als psychische Folge entstand bei der Klägerin ein subjektives und vegetativ überlagertes Ohrgeräusch (Tinnitus). Das gegen den Beklagten geführte Strafverfahren wegen §§ 88 Abs 1, 89 StGB wurde eingestellt, weil keine Gefährdung der körperlichen Sicherheit gegeben und eine fahrlässige Körperverletzung nicht vorhersehbar gewesen sei“, so der OGH in seiner Begründung.


Kommentieren Sie