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Tierschützer fangen verwilderte Katzen – Jäger erstattet Anzeige

Eva Grun mit Drahthaar. © Laura Grun
Eva Grun
am
Sonntag, 21.03.2021 - 16:11
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Katze-Wald © raion - stock.adobe.com
Der Tierschutzverein hat im Zeitraum zwischen Januar und August 2020 175 verwilderte Hauskatzen gefangen (Symbolbild).

Nachdem ein Tierschutzverein mehrere Kastenfallen in Jagdrevieren aufstellte, hat ein Jäger aus Westerstede (Niedersachsen) dieses Vorgehen angezeigt. Der Waidmann habe von der Aktion über einen Zeitungsartikel erfahren, teilt er gegenüber der Redaktion mit. Darin berichtet der regionale Tierschutzverein, dass bis zu 15 Lebendfallen eingesetzt werden, um verwilderte Hauskatzen zu fangen. Auch wird nach freiwilligen Helfern gesucht, die die Fangaktion unterstützen. Im Zeitraum Januar bis August 2020 seien bereits 110 adulte Katzen sowie 65 Welpen eingefangen worden. Die Katzen werden dann ins Tierheim oder in Pflegestellen gebracht. Einige von ihnen werden auch durch die Hilfe eines Tierarztes kastriert und ggf. am Fundort wieder freigelassen.

Allerdings wurde nach Aussage des Jägers keine Absprache mit den Revierpächtern vorgenommen. Auch wurden die eingesetzten Drahtgitterfallen nicht wie gesetzlich vorgeschrieben verblendet. Dies geht u.a. aus Bildern hervor, die der Redaktion vorliegen. Der Niedersachse geht zudem davon aus, dass die Freiwilligen des Tierschutzvereins nicht über einen Jagdschein, geschweige über einen zur Fangjagd erforderlichen Sachkundenachweis verfügen. Daher habe er sich zu einer Anzeige wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz sowie das Niedersächsische Jagdgesetz entschieden.

Staatsanwaltschaft stellt Verfahren ein

Die Staatsawaltschaft Oldenburg hat das Verfahren eingestellt, „weil nach den von mir eingeholten fachbehördlichen Stellungnahmen jedenfalls hinreichende Verdachtsmomente für ein nach § 17 Ziffer 2b Tierschutzgesetz oder § 292 Strafgesetzbuch strafbares Verhalten (…) nicht zu begründen sind.“

Laut Staatsanwaltschaft gebe es keine Anhaltspunkte, dass die Katzen durch die Lebendfallen „länger andauernden oder sich wiederholende Schmerzen und Leiden“ zugefügt worden sind. Obwohl das Aufstellen der Fallen ohne Genehmigung des Jagdausübungsberechtigten „und somit unrechtmäßig erfolgte“, erfülle es nicht den Tatbestand der Jagdwilderei, so die Staatsanwaltschaft weiter. Aus dem weiteren Schreiben geht hervor, dass der Tierschutzverein zum Aufstellen der Fallen zwischenzeitlich Abstand genommen habe.

Jäger zweifelt an Gerechtigkeit

Gegenüber der Redaktion erklärt der Jagdpächter, dass es ihm fremd sei jemanden anzuzeigen. Allerdings wollte er dem willkürlichen Eingriff ins Jagdrecht Grenzen setzen. Jeder Jäger, der eine Lebendfalle in dieser Art und Weise aufgestellt hätte, wäre zur Rechenschaft gezogen worden. An diese Gesetze müssen sich laut ihm auch Privatpersonen oder eben Tierschützer halten. Der Pächter hat nun Beschwerde gegen den Bescheid der Staatsanwaltschaft eingelegt.


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