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Tierrechtler paktieren mit Ökojägern

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Samstag, 31.05.2014 - 02:10
Angezeigt: Landesjägermeister DI Josef Pröll. Foto: Michal/NÖLJV © Michal/NÖLJV
Angezeigt: Landesjägermeister DI Josef Pröll. Foto: Michal/NÖLJV

Wie verschiedene Österreichische Medien (Salzburger Nachrichten, Kurier) berichten, erstattete der „Verein gegen Tierfabriken“ (VgT) Ende April Strafanzeige gegen Landesjägermeister DI Josef Pröll, seinen Vorgänger, Dr. Christian Konrad, den Generalsekretär der österreichischen Landesjagdverbände, Dr. Peter Lebersorger, sowie den Lobbyisten Alfons Mensdorff-Pouilly. Der Vorwurf: Tierquälerei im Rahmen des Abschusses von 93 Wildschweinen im November vergangenen Jahres in einem Gehege bei Kaumberg. Die Anschuldigung flankiert eine Anzeige des Ökologischen Jagdverbands Österreich (ÖJVÖ), der bereits im Februar Vorwürfe gegen die Gatterbetreiber wegen „Waldverwüstung“ durch überhöhte Wildbestände erhoben hatte. Kommentar des Tierrechts-Aktivisten Martin Balluch dazu: „Ein schönes Beispiel für zukünftige Zusammenarbeit“.
Zu guter Letzt strengte nun noch benachbarter Revierjäger ein Disziplinarverfahren gegen die genannten Funktionäre wegen dieser Jagd an. Was die Presse nicht berichtet: Der ÖJVÖ hat noch eine Rechnung mit dem Niederösterreichischen Landesjagdverband (NÖLJV) und insbesondere Dr. Peter Lebersorger offen: Nur wenige Tage vor der jetzt kritisierten Jagd kam es im Bezirk Neunkirchen zum versehntlichen Abschuss von drei Kühen in einem „Ökojagd-Revier“ (jagderleben berichtete hier).
Lebersorger hatte sich damals scharf gegen den ÖJVÖ und seine Jagdmethoden geäußert. Über die jetzige Anschuldigung zeigt er sich verwundert. Die Salzburger Nachrichten zitieren ihn mit den Worten: „Es ist nicht möglich, mir das vorzuhalten. Ich war weder zur Jagd eingeladen noch habe ich daran teilgenommen“.
Nicht nur der zeitliche Zusammenhang fällt auf, auch räumlich ist die Entfernung nicht allzuweit: Keine 50 Kilometer Luftlinie. So verwundert es nicht, dass ein unter dem Namen „Hubertus vom Tannenwald“ schreibender Leser den Bericht des „Kurier“ über den Kuh-Beschuss spitz kommentierte. Thema: Die später vom VgT kritiserte Jagd. Wurden die Aktivisten vielleicht dadurch (bewusst) auf den Vorgang aufmerksam gemacht?
JMB