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Tierquälerei: Pfeil trifft Nilgans

Steckschuss: Der Bogenpfeil durchschlug das linke Ruder der Nilgans und blieb mittig stecken.


„Mit Flatterfluchten versuchte der Vogel zu entkommen, laufen konnte das Tier nur mühsam und es war offensichtlich, dass die Nilgans die nahe Wasserfläche mied“, berichtet Tim Schmidt gegenüber jagderleben.de. Der Grund dafür war kaum zu übersehen: Im Linken Ruder (Fuß) steckte ein Pfeil wie ihn Bogenschützen für ihren Sport verwenden. Schmidt ist von Beruf Stadtbaumeister in Maulbronn (Baden-Württemberg), Kollegen der Stadtverwaltung hatten ihn informiert, nachdem Bürger sich dort gemeldet hatten, um auf den sich auffällig verhaltenden Vogel hinzuweisen. Ort des Geschehens war eine Wiese nahe dem Schmiertränksee bei der zum Stadtgebiet gehörenden Ortschaft Zaisersweiher. Schmidt hat dort einen Begehungsschein, das Nachbarrevier hat er gepachtet: „Sowas habe ich noch nicht erlebt, das ist eine Riesensauerei“, zeigt er sich erbost. Da sich die Nilgans nicht fangen ließ, wurde sie nach Rücksprache mit der unteren Jagdbehörde und dem Kreisjägermeister erlegt. Er habe der Tierquälerei unbedingt ein Ende machen wollen, zumal sich die Nilgans leicht mit dem sperrigen Pfeil im Fuß irgendwo verfangen hätte können und dann elendig zugrundegehen hätte müssen, erklärt Schmidt gegenüber der Redaktion.

Ermittlungen wegen Tierquälerei und Wilderei

Auf sich beruhen lassen wollte er die Angelegenheit damit aber nicht. Der Vorfall hat sich bereits am 29. Juni ereignet. Es wurde Anzeige bei der Polizei erstattet. Jetzt hat man sich dazu entschlossen, das Geschehen öffentlich zu machen, um Hinweise auf den Täter zu bekommen. Die Hoffnungen stützen sich dabei auf den Pfeil, der die Aufschrift „SUPERLITE-CARBON“ ergänzt um den Schriftzug „light-Speed“ trägt und in den Farben Schwarz, Blau und Weiß gehalten ist. In Deutschland ist die Jagd mit Pfeil und Bogen verboten. Die Spitze weist das Beweisstück als Sportpfeil im Gegensatz zu einem in anderen Ländern erlaubten Jagdpfeil aus.

Nilgänse waren ursprünglich bei uns nicht heimisch, breiten sich seit einigen Jahren hier jedoch verstärkt aus, was allerdings unerwünscht ist. In Baden-Württemberg haben sie daher eine reguläre Jagdzeit, weswegen die Polizei nun nicht nur aufgrund von Tierquälerei sondern auch wegen Jagdwilderei ermittelt. Wer Hinweise zu dem Vorfall und/oder dem Täter machen kann, soll sich mit dem Polizeiposten in Maulbronn in Verbindeung setzen. JMB


Josef-M. Bloch JAGDERLEBEN.DE-Redaktionsleiter. Jagdscheininhaber seit 1987, ab 1997 in verschiedenen Funktionen für die dlv-Jagdmedien tätig.
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