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Tierfilmlegende war auch Jäger

Ab 8. Juni 2017 zu haben: Die Sielmann-Briefmarke. © Heinz Sielmann Stiftung, Gestaltung Postwertzeichen Thomas Mayfried, München.

Ab 8. Juni 2017 zu haben: Die Sielmann-Briefmarke.


Berühmt geworden ist Heinz Sielmann vor allem durch die Sendung „Expeditionen ins Tierreich“, die 1965 erstmals im Fernsehen ausgestrahlt wurde. Bis 1991 produzierte und moderierte er die beliebte Sendung für die ARD – insgesamt 171 Folgen. Am 2. Juni 1917 im nordrheinwestfälischen Rheydt (Mönchengladbach) geboren, entwickelte er bereits als Kind den Wunsch, die Tierwelt zu erforschen, um sie auf Celluloid zu bannen. Mit seinen aufwändigen Tierdokumentationen schrieb er in den darauffolgenden Jahrzehnten Kino- und Fernsehgeschichte. Zu seinen berühmtesten Kinofilmen zählen bis heute: „Herrscher des Urwalds“ und „Galapagos - Trauminseln im Pazifik“.

„Für Generationen von Naturfilmern wurde der „Pionier des deutschen Tierfilms“ damit zum Idol. (…) Seine Bekanntheit nutzte er dafür, die Öffentlichkeit für den Schutz der Natur zu sensibilisieren. Sein innigster Wunsch, Natur auch für künftige Generationen zu erhalten, mündete in die Gründung der Heinz Sielmann Stiftung. Diese rief er gemeinsam mit seiner Frau Inge im Jahr 1994 ins Leben. Der renommierte Tierfilmproduzent, Fernsehstar und Naturschützer verstarb nach einer langen und erfolgreichen Laufbahn im Alter von 89 Jahren am 6. Oktober 2006 in München“, heißt es in einer Presseaussendung der Stiftung anläßlich des runden Geburtstags. Eines fehlt jedoch in der Auflistung: Nämlich, dass der „Naturschützer“ nicht nur als Kind von seinem Vater, der begeisterter Jäger und Angler war, das Waidwerk vorgelebt bekam, sondern auch selbst zur Jagd ging.

Im Archiv der dlv-Jagdmedien findet sich eine Aufnahme die beweist, dass er damit in bester Gesellschaft war, zeigt sie Sielmann doch mit dem späteren BUND-Vorsitzenden Hubert Wienzierl im Kreise damaliger jagdlicher Prominenz bei einer Gesellschaftsjagd (siehe Bild unten). Vor diesem Hintergrund wirkt es fast schon als Ironie des Schicksals, was sich derzeit in und um ein Gatter abspielt, das der Stiftung gehört, die seinen Namen trägt. In „Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide“ gibt es wegen des dort herrschenden landesrechtlichen Jagdverbots viel zu viele Sauen aber nur wenig Fraß. Die halb verhungerten Tiere ziehen auf die Felder und bereiten den Nachbarrevieren Riesenprobleme (siehe „unsere Jagd“ 06/2017).

Als der Naturschutzpräsident noch zur Jagd ging (v.l.): Hubert Weinzierl mit Heinz Sielmann, Horst Popp und Dr. Gerhard Frank in früheren Jahren bei einer Gesellschaftsjagd. Foto: Pirsch-Archiv © PIRSCH

Als der Naturschutzpräsident noch zur Jagd ging (v.l.): Hubert Weinzierl mit Heinz Sielmann, Horst Popp und Dr. Gerhard Frank in früheren Jahren bei einer Gesellschaftsjagd. Foto: Pirsch-Archiv


Im Jubiläumsjahr werden ihm posthum verschiedene Ehren zuteil. Anlässlich des 100. Geburtstages präsentiert die Heinz Sielmann Stiftung gemeinsam mit dem Museum für Naturkunde Berlin die Ausstellung „SIELMANN!“ (2. Juni bis 5. November 2017). Das Bundesfinanzministerium wiederum würdigt den großen Naturfilmer mit einer Sonderbriefmarke (Bild ganz oben). Das Wertzeichen zu 45 Cent ist ab 8. Juni an allen Verkaufsstellen der Deutschen Post AG erhältlich. Die Marke zeigt den Tierfilmer bei der Arbeit, wie er eine Schneegans mit ihren Küken filmt. JMB


Josef-M. Bloch JAGDERLEBEN.DE-Redaktionsleiter. Jagdscheininhaber seit 1987, ab 1997 in verschiedenen Funktionen für die dlv-Jagdmedien tätig.
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