„Tier-“ gegen „Kinderschützer“

Die Kindertagesstätte in Ilvesheim mit Außenbereich blieb diese Woche geschlossen.


„Wir erleben gerade einen wahren Shitstorm gegen uns“, erklärt der Wildtierbeauftragte des Rhein-Neckar-Kreises Dorian Jacobs im Gespräch mit jagderleben. Vor einer Woche hatte man auf dem Gelände einer Kita in Ilvesheim (Baden-Württemberg) von einem Waidmann eine Falle aufstellen lassen. Sie galt einer Fähe mit ihren Welpen, die sich unter dem Gebäude niedergelassen hatten. Grund für die Maßnahme war das zu hohe Gesundheitsrisko für die zum Teil unter drei Jahre alten Kinder. Eine Umsiedlung kam laut Jacobs nicht in Frage, da die Tiere zu sehr an den Menschen gewöhnt seien und bereits von Anwohnern gefüttert wurden. Seitdem wurde ein Jungfuchs gefangen und erlegt.

Daraufhin mussten sich die Mitarbeiter des Kindergartens, die Gemeinde und das Ordnungsamt heftige Kritik aus Teilen der Bevölkerung anhören. Laut einer Rathaussprecherin mischten sich unter diese allerdings vermehrt „Tierschutzaktivisten“, welche per Facebook und E-Mail Hasskommentare, Morddrohungen und Beleidigungen gegenüber den Beteiligten äußerten. Jacobs spricht außerdem von „starken Störungen durch Aktivisten, die den Erfolg der Aktion gefährden“. In der Folge wurde die Kita für diese Woche geschlossen und die Polizei informiert.

Bei einer Begehung gestern, war von den Rotröcken keine Spur mehr zu sehen, vermutlich sind sie abgewandert. Um sicherzugehen, wurden Wildkameras installiert. Sollten diese nichts Gegenteiliges mehr zeigen, wird der Bau noch heute verfüllt.


Rasso Walch Der studierte Förster stammt aus einer traditionellen Jägerfamilie und hat seine Jägerprüfung bereits im Alter von 14 Jahren abgelegt.
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