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Thüringen legt 25.000 Hektar Wald still

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Montag, 28.02.2011 - 01:02
Foto: Stephan Elison © Stephan Elison

Gegen alle Widerstände hält die thüringische Landesregierung an ihrem Vorhaben fest, 25.000 Hektar Wald aus der forstwirtschaftlichen Nutzung zu nehmen. Damit kommt Thüringen als erstes Bundesland der Aufforderung des Bundes nach, auf rund fünf Prozent der Waldfläche die forstwirtschaftliche Nutzung aufzugeben, erklärte Forstminister Jürgen Reinholz.
Ihm sei durchaus bewusst, dass er dabei einen Spagat zwischen den Interessen des Umweltschutzes und der Holzindustrie hinlege, so Reinholz. Immerhin gebe es bei Thüringer Sägewerken und Holzverarbeitern rund 40.000 Arbeitsplätze. Es sei niemandem geholfen, wenn Sägewerke, wie in Bayern geschehen, abwanderten. Die Sägewerke des Landes verarbeiten jährlich etwa 4,8 Millionen Festmeter Holz, von denen 2,5 Millionen Festmeter aus Thüringens Wäldern kommen.
Rund 25.000 Hektar Staatswald nicht mehr forstwirtschaftlich zu nutzen, kommt das Bundesland auch direkt teuer zu stehen: Auf jährliche Mindereinnahmen von rund 100 Millionen Euro wird der Verzicht geschätzt, was in etwa dem Jahresetat der Forstverwaltung entspricht.
Die betroffenen Liegenschaften sind über das Land verteilt. Künftig sollen etwa 1.000 Hektar Wald an der "Hohen Schrecke", weitere 700 Hektar in der Rhön und 500 Hektar im Hainich der Natur überlassen werden. Aber auch am Grünen Band soll auf rund 1.000 Hektar kein Holz mehr geschlagen werden. Als weitere Schwerpunkte benannte Reinholz den Kyffhäuserwald und das untere Schwarzatal. BHA