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Teure Studie schürt Konflikte

Bache in Gerste: Die Jagd auf Sauen im Feld ist zurzeit schwierig. Foto: K.-H. Volkmar


Das waren klare und deutliche Worte, die Projektleiter Niels Hahn am Mittwoch im Bayerischen Landtag vor dem Agrarausschuss von sich gab. Seiner Meinung nach sind nämlich nicht die steigenden Schwarzwildbestände das Problem, sondern vielmehr fehlendes Wissen und Egoismen in der Jägerschaft, gegenseitige Schuldzuweisungen und mangelhafte Kommunikation von Jägern, Bauern, Förstern und Behörden. Verständlich, dass das Echo auf diese Aussagen nicht lange warten ließ. Der BJV dazu: „Enttäuscht sind wir, weil aus einem dreijährigen Projekt, das 364.600 Euro verschlungen hat, die von den Jägerinnen und Jägern aufgebracht wurden, keine wirklichen Erkenntnisse für die Praxis hervorgehen. Verärgert sind wir, weil die gesamte Jägerschaft und alle Beteiligten vor Ort so hingestellt werden, als hätten sie die Entwicklung verschlafen“, sagt BJV-Präsident Prof. Dr. Jürgen Vocke. „Gegen eine derartige Darstellung in einer öffentlichen Sitzung im Landtag verwehren wir uns in aller Form!“
Auch Hubert Aiwanger, BJV-Kreisgruppen Vorsitzender und Bundes-Chef der „Freien Wähler“, ließ die Anschuldigungen nicht auf sich sitzen. Er schiebt den Schwarzen Peter dem Landwirtschaftsministerium zu. Zumindest trage dieses eine Mitschuld an der „Wildschweinplage“. Viele übergreifenden Drückjagden kämen nämlich nicht zustande, weil Staatsjagdreviere darauf bestehen, bei diesen Jagden Rehe zu schießen. „Hierdurch werden Wildschweinjagden gezielt torpediert, weil die Wildschweine im Wald als nützlich angesehen werden. Es ist höchste Zeit, dass der Landwirtschaftsminister diesem Treiben ein Ende setzt.“In vielen Teilen Bayerns funktioniere die Zusammenarbeit zwischen Bauern und Jägern bestens, so der BJV. Nicht von alleine seien im vergangenen Jagdjahr rund 66.000 Stück Schwarzwild zur Strecke gebracht worden. In diesem Zusammenhang von Egoismen der Jäger, Unkenntnis und fehlender Kommunikation zu sprechen, entspräche nicht der Realität. Die Kritik des BJV an der fehlenden Seriosität des mehrjährigen Schwarzwildprojekts, die seit Beginn immer wieder geäußert wurde, habe sich bestätigt. Würde man künftig mit dem Verband enger zusammenarbeiten, könnten derartig einseitige, teure und nichtssagende Berichte vermieden werden.
PM/BS


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