Home News TBC im Lechtal: Rotwildjagd ist Schlüssel zur Seuchenbekämpfung

TBC im Lechtal: Rotwildjagd ist Schlüssel zur Seuchenbekämpfung

Rotwildbrunft-Viehweide © Erich Marek
TBC kann von Rotwild auf Nutztiere übertragen werden.

Seit 2011 arbeitet das österreichische Bundesland Tirol intensiv an der Bekämpfung von Tuberkulose. Die bakterielle Infektionskrankheit wird vom Rotwild auch auf landwirtschaftliche Nutztiere übertragen. Deshalb sollen die Rotwildbestände gesenkt werden. Auch Menschen können sich mit Tuberkulose infizieren.

Als 2011 im oberen Lechtal mit den Seuchenbekämpfung begonnen wurde, seien etwa 30 Prozent des Rotwildes betroffen gewesen. Heute läge die Rate laut des Landesveterinärdirektors Josef Kössler in der Mehrzahl der Reviere bei unter drei Prozent.

Überwachungsgebiet um die Hälfte verringert

„Das Ausmaß des Überwachungsgebiets, in dem Mindestabschüsse nicht nach dem Jagdrecht, sondern nach dem Tierseuchenrecht vorgegeben werden, konnte seit einem Höchststand 2014 von 60.000 Hektar fast um die Hälfte auf 35.000 Hektar reduziert werden“, so das Land Tirol in einer Pressemitteilung. In einem Jagdgebiet wurde bislang nicht der Mindestabschuss des Rotwildes erfüllt, weshalb eine Verlängerung der Schusszeit genehmigt wurde.

Letztes Mittel: Abschüsse im Gatter

Sollte dies auch nicht in dieser Zeit gelingen, gäbe es noch die Möglichkeit, das Rotwild im bereits errichteten temporären Wildgatter zu erlegen. Allerdings seien die Bemühungen groß, dieses nicht einzusetzen. Auf Rückfrage der Redaktion sagte der zuständige Pressesprecher: „Nur wenn dies nicht der Fall sein sollte und sich die Gefahr der Ausbreitung von TBC dadurch wiederum erhöht, kann von Behördenseite als letzte Möglichkeit die Entnahme von Rotwild in einem vorgesehenen Gatter unter strenger Aufsicht von veterinärmedizinischen Experten erfolgen.“

Der ökologische Jagdverein im Land Liechtenstein äußerte sich gegenüber dem „Radio Liechtenstein“, dass das Rotwild im Fürstentum dezimiert werden müsse, da Rotwild auch zwischen Vorarlberg und Liechtenstein wechsele und so die Gefahr eines Ausbruches gegeben sei. 


Hannah Reutter geboren in Stuttgart, in der Landwirtschaft aufgewachsen, Jägerin und Führerin von DD & Dackel, seit 2018 bei den dlv Jagdmedien als Volontärin tätig.
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