Home News TBC-Bekämpfung: 33 Stück Rotwild im Gatter getötet

TBC-Bekämpfung: 33 Stück Rotwild im Gatter getötet

Das Abschussgatter im Lechtal wurde eingesetzt und 33 Stück Rotwild wurden innerhalb kürzester Zeit getötet. © Gemeinde Kaisers
Das Abschussgatter im Lechtal wurde eingesetzt und 33 Stück Rotwild wurden innerhalb kürzester Zeit getötet.

In der vergangenen Nacht wurden im Tiroler Lechtal (Österreich) 33 Stück Rotwild in einem Tötungsgatter erlegt. Das Reduktionsgatter in der Gemeinde Kaisers war vorab als "letztes Mittel" bezeichnet worden. Die Maßnahme sei im Rahmen der Tuberkulose (TBC)-Bekämpfung "in kürzester Zeit schonend und tierschutzgerecht"  durchgeführt worden, so eine Pressemitteilung der Tiroler Landesregierung. „Natürlich sind 33 tote Tiere kein schöner Anblick. Aber die Aktion hat nur wenige Minuten gedauert und ist tierschutzgerecht abgelaufen“, wird Landesveterinärdirektor Josef Kössler in der Mitteilung zitiert. Die Stücke werden auf TBC untersucht.

Der Bürgermeister gab an, dass der Abschuss etwa 45 Minuten gedauert habe.

Das Rotwild sei  "in kürzester Zeit schonend und tierschutzgerecht entnommen" worden, so die Tiroler Landesregierung. © Gemeinde Kaisers

Das Rotwild sei "in kürzester Zeit schonend und tierschutzgerecht entnommen" worden, so die Tiroler Landesregierung.

Laut der Tiroler Gemeinde Kaisers, auf deren Gebiet auch das Abschussgatter steht, hätten eigentlich nur 5 Stück Kahlwild sowie 15 Kälber erlegt werden sollen. Die geforderte Abschussquote der Hirsche sei bereits erfüllt gewesen. Dennoch sind auf den Bildern, welche Angehörige der Gemeinde gestern Abend gemacht haben, auch Hirsche zu sehen.  Warum mehr Tiere erlegt wurden, ist bislang unklar. 

Bürgermeister fassungslos über Vorgang

Obwohl nur noch Kahlwild geschossen werden sollte, wurden nun offenbar auch Hirsche erlegt. © Gemeinde Kaisers

Obwohl nur noch Kahlwild geschossen werden sollte, wurden nun offenbar auch Hirsche erlegt.

Der Bürgermeister der Gemeinde Kaisers, Norbert Lorenz, hatte schriftlich Beschwerde gegen das Urteil des Landesverwaltungsgerichtes eingelegt, welches den Abschuss anordnete, sowie der Bezirkshauptmannschaft Reutte einen Vorschlag unterbreitet, um die fehlenden Stücke zu erlegen. Der Bürgermeister zeigt sich im Gespräch mit der Redaktion fassungslos über das "Massaker". Zudem weißt der Bürgermeister daraufhin, dass im oberen Lechtal in den letzten drei Jahren 0% der getesteten landwirtschaftlichen Nutztiere positiv auf TBC getestet wurden. 

Ein Sprecher der Tiroler Landesregierung äußerte sich bereits in der vergangenen Woche gegenüber unserer Redaktion zu den Hintergründen: „Nachdem die Abschussanordnungen in Kaisers über Jahre hinweg nur sehr mangelhaft und in einem für die Seuchenbekämpfung unzureichenden Ausmaß erfüllt wurden, hat das Landesverwaltungsgericht so genannte Ersatzmaßnahmen zur Erfüllung der Abschussvorschreibungen angeordnet. Aufgrund dieses Erkenntnisses des Landesverwaltungsgerichts ist es schon allein aus rechtlichen Gründen nicht möglich, in der TBC-Bekämpfung zur Tagesordnung überzugehen." 


Hannah Reutter
geboren in Stuttgart, in der Landwirtschaft aufgewachsen, Jägerin und Führerin von DD & Dackel, seit 2018 bei den dlv Jagdmedien als Volontärin tätig.
Thumbnail