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Sündenbock Rotwild

Dr. Franz Heigl: Es gibt in Bezug auf Tbc zurzeit keine akute Gefährdung für Jäger und Landwirte. Foto: BS © BS

Viele Pressevertreter verschiedener Medien kamen zu der Veranstaltung am vergangenen Dienstag (12. März) in das "Haus Oberallgäu" in Sonthofen. Spürbar war die Anspannung, weil viele Jäger und Landwirte nicht wissen, welche Pläne der Expertenstab des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hinter verschlossenen Türen ausheckt.
Zu Beginn der Pressekonferenz referierte der Jäger und Humanmediziner Dr. Franz Heigl über die aktuelle Tbc-Situation im Oberallgäu. Zu Beginn machte er deutlich, dass es seiner Ansicht nach keine akute Gefährdung für Jäger, Landwirte und deren Angehörige gibt. Daher fordert Heigl, dass im Zuge der Tbc-Überwachung ebenso Landwirte und Haustiere getestet werden müssten, da diese ebenfalls als mögliche Überträger in Frage kämen.
Seit 2009 wurden im Oberallgäu insgesamt 800 Stück Rotwild getestet – 19 Tests waren positiv. Daraus ergibt sich eine durchschnittliche Durchseuchung von knapp 2,4 Prozent. Bei zwei Prozent von über 25.800 getesteten Rindern (Stand 5. März) wurde das gleiche Bakterium nachgewiesen. Wer wen angesteckt hat, ist immer noch völlig unklar.
Wenn man bedenkt, dass nach der österreichischen Rindertuberkulose-Verordnung erst bei einer Durchseuchungsquote ab 40 Prozent von einer Seuche gesprochen werden kann, versteht man die hysterische Panikmache der Regierung umso weniger. Denn eines scheint schon jetzt festzustehen: Das Rotwild muss als Sündenbock herhalten – es wird weitere Wintergatter-Abschüsse geben. Bleibt nur die Frage nach dem Umfang und dem Zeitpunkt.
BS