Home News Südtirol: Millionen-Forderung wegen Abschuss-Freigaben

Südtirol: Millionen-Forderung wegen Abschuss-Freigaben

Luis Durnwalder © Josef Berchtold

Sieht sich mit einer hohen Schadensersatzforderung konfrontiert: Ex-Landeshauptmann Luis Durnwalder (Archivbild).


Kein geringerer als Landeshauptmann a.D. Luis Durnwalder von der Südtiroler Volkspartei (SVP) soll über 500.000 Euro Schadensersatz zahlen. Die selbe Summe wird auch vom ehemals in Südtirol für die Jagd zuständigen Ex-Amtsdirektor Heinrich Erhard verlangt. Der Vorwurf: „Zerstörung von öffentlichem Gut“ durch Abschuss-Freigaben.

Erhoben hat diesen der italienische Rechnungshof in Rom, obwohl ein Gericht der Autonomen Provinz Südtirol dazu bereits 2016 ein Urteil fällte, das die beiden Beschuldigten in der Sache frei gesprochen hat. Konkret handelt es sich um Abschussfreigaben in den Jahren 2010 bis 2014 auf Murmeltier, Steinbock, Dachs oder Kormoran. Durnwalder und Erhard weisen die Vorwürfe laut Medienberichten zurück und bestehen darauf, dass die Freigaben rechtskonform erfolgt seien.

Angriff auf die Autonomie Südtirols und nachhaltige Jagdsysteme

Schützenhilfe erhalten die beiden aus Bozen und Brüssel. Während man in Südtirol die Schadensersatzforderung aus Rom als Angriff auf die Autonomie der Provinz wertet, sieht der Europäische Jagdverband (FACE) einen „schweren Angriff auf andere nachhaltige Jagdsysteme in Europa“. Laut einem Bericht der „Tiroler Tageszeitung“ kündigte der aktuelle Südtiroler Landeshauptmann Arno Kompatscher an, man werde „alle zur Verfügung stehenden Mittel nutzen“, um gegen den Schiedsspruch vorzugehen.

Auch FACE hat in einer Pressemitteilung angekündigt man werde vehement bei den Europäischen Institutionen intervenieren, um den eigenen Standpunkt mit Nachdruck zu vertreten und die nötige Rechtssicherheit für eine weiterhin nachhaltige Jagd in Europa zur Wahrung eines gesunden Wildbestandes aufrecht zu erhalten.

Sollte dies alles nichts helfen, hat der Südtiroler Jagdverband gegenüber dem Nachrichtenportal „Stol.it“ erklärt, man erwäge für diesen Fall die Einrichtung eines Spendenkontos.


Josef-M. Bloch JAGDERLEBEN.DE-Redaktionsleiter. Jagdscheininhaber seit 1987, ab 1997 in verschiedenen Funktionen für die dlv-Jagdmedien tätig.
Thumbnail