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Südtirol: Bären aufgetaucht

Vorsichtig schleicht Meister Petz um die Fütterung... Foto: Amt für Jagd und Fischerei der Provinz Bozen


Mit den ersten lauen Frühlingstagen treibt es auch die Bären raus aus der Winterhöhle. Seit rund zwei Wochen sind gleich zwei Braunbären im westlichen Südtirol unterwegs. Obwohl unauffällig im Verhalten bisher haben sie sich weder an Haustieren noch Bienen vergriffen sind sie bereits landesweit bekannt geworden. Einer tappte im Gebirgszug der Mendel an einer Wildfütterung in eine Fotofalle. Der andere hält sich weitab von menschlichen Siedlungen in unzugänglichen Revieren des Ultentals auf. Mittlerweile sind die beiden Tiere, ein größerer und ein kleinerer Bär, wiederholt geknipst und bestätigt worden. Förster und Jagdaufseher bleiben ihnen weiterhin auf den Spuren.
Immer wieder streifen, meist junge, Braunbären durch Südtirol. Allein 2009 waren dort vier verschieden Tiere unterwegs. Auch der fotogene "MJ5" kennt die Gegend bereits: Der fünfjährige Sohn von Bärin Maja und Vater Joze war schon 2007 in der Provinz. Aus der wachsenden Kernpopulation im Naturpark Brenta, das südlich von Südtirol in der Nähe des Gardasees liegt, werden wohl weiterhin Bären auswandern. Vor allem die jungen Bärenmänner legen erstaunlich weite Wanderungen zurück, bevor sie sich irgendwo niederlassen oder auf eine passende Gefährtin treffen. Die jeweils kurzen Aufenthalte in Südtirol blieben nicht gänzlich ohne Folgen: Vier geplünderte Bienenstöcke und acht Schaf- sowie drei Ziegenrisse gingen im vergangenen Jahr auf das Konto der Durchzügler.
"Die Bären scheinen sich auf eine bestimmte Ernährungsweise zu spezialisieren," meint Dr. Giorgio Carmignola, der Wildbiologe im Amt für Jagd und Fischerei in Bozen. "Hat der Jungbär das erste mal Glück und Geschmack an Bienenhäusern gefunden, bleibt er dabei. Andere halten sich entsprechend eher an Schafe oder Ziegen." Südtirol hat mittlerweile eine "Bären-Kommission" eingesetzt, die die Bevölkerung informiert und weitere Maßnahmen koordiniert. Eine Frage der Zeit, bis sich einer der Wanderer auch wieder Richtung Norden aufmacht und Bayern einen Besuch abstattet. In Berchtesgaden bereitet man sich inzwischen auf den Besuch von "Moritz" vor. Der acht Jahre alte Junggeselle ist immer noch auf der Suche nach einem passenden Weibchen und durchstreift weite Gebiete im grenznahen Salzburg und Oberösterreich nach einer Partnerin. CM

Von dem "ertappten" Braunbären gibt es hier auch ein kurzes Video