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Streitpunkt Winterfütterung

Ein Rudel Rotwild an der Schaufütterung am Spitzingsee. Foto: BS


Gerade die GRÜNEN und der ÖJV sind der Auffassung, dass Jäger Erhaltungsfütterungen missbrauchen um Trophäen und Wildbestände zu züchten. In einem ersten Entwurf zur Novellierung des Bundesjagdgesetzes hatte es den Anschein, dass die Regierung vor den „Ökos“ einzuknicken drohte, indem zunächst ein totales Fütterungsverbot eingeführt werden sollte. Kurz nach der Veröffentlichung sah man dann doch von diesem Dekret wieder ab.
Glücklicherweise, heißt es vor allem aus der Sicht vieler Bergjäger. Im Landkreis Miesbach wurden zum Jahresbeginn zwei Revierverantwortliche angezeigt, weil sie sich – obwohl Notzeit herrschte – weigerten zu füttern. Laut Experten sei es für Wildtiere unmöglich, bei Schneelagen ab einem halben Meter und Temperaturen im zweistelligen Minusbereich ausreichend Äsung zu finden.
Es sei denn, man bedient sich an der Rinde junger Bäume. Vor allem auf Schutzwaldsanierungsflächen sorgen solche Wildschäden dann (verständlicherweise) für den Unmut der Förster. Man könnte doch bei zu hohen Wildbeständen bequem und einfach den ein oder anderen Regulations-Abschuss im Wintergatter durchführen. So zumindest die Meinung des Münchener Wildbiologen Prof. Dr. Wolf Schröder, der Ende Mai ein entsprechendes Gutachten vorstellte. Der Bund Bayerischer Berufsjäger (BBB) reagierte prompt und äußerte nicht nur ethische und tierschutzrechtliche Bedenken, auch gehe es um das Ansehen der Jagd in der Öffentlichkeit.
Das jagderleben.de-Team hatte sich kurz vor dem Jahreswechsel selber ein Bild von einer Erhaltungsfütterung gemacht. Wir besuchten den Berufsjäger Engelbert Holzner vom Forstbetrieb Schliersee bei der Schaufütterung am Spitzingsee. Er erklärte vor der Kamera (siehe Link unten) nicht nur den Sinn, sondern auch die Notwendigkeit darüber, wie viel, ab wann und vor allem was gefüttert werden sollte.
RJE


Den Film zur Schaufütterung finden Sie hier.