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Streit um Wolfsmonitoring

Die Forderung sächsischer Kommunalpolitiker, die für das wissenschaftliche Wolfsmonitoring eingesetzten Gelder auf den Prüfstand zu stellen, sorgt über Sachsen hinaus für Aufregung.
Der Görlitzer Landrat Bernd Lange (CDU) hatte sich dafür ausgesprochen, lieber an den Wölfen zu sparen, als die angekündigten Kürzungen bei der Kinder- und Jugendhilfe umzusetzen. Seiner Forderung hatten sich weitere Kommunalpolitiker angeschlossen, darunter der Bautzener Landrat Michael Harig und die Oberbürgermeister von Bautzen, Görlitz und Hoyerswerda, Christian Schramm, Joachim Paulick und Stefan Skora.
Die Politiker bekannten sich zwar zu Naturschutz und Heimatpflege, kritisierten aber Umfang und Kosten für die wissenschaftliche Begleitung des Wolfprojekts. Im Jahr 2009 hat der von hoher Arbeitslosigkeit geplagte Freistaat 54.500 Euro für das Kontaktbüro "Wolfsregion Lausitz" und 91.000 Euro für das Wildbiologische Büro "Lupus" aufgewendet. Weitere 2600 Euro mussten als Entschädigung für von Wölfen gerissene Tiere vor allem an Schafhalter gezahlt werden.
Sachsens Umweltminister Frank Kupfer (CDU) lehnte die Forderung, das Lausitzer "Wolfsprojekt" zu beenden, unterdessen ab. Gemäß der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der EU sei Sachsen zum Schutz der Wölfe verpflichtet. Zu den Aufgaben der Wissenschaftler gehöre auch die Erstellung von Rissgutachten, ohne die eine Entschädigung von Nutztierhaltern nicht möglich sei. Politiker der Grünen und Linken warfen den Kommunalpolitikern Populismus vor und betonten die Bedeutung der Wölfe für den Tourismus in der Lausitz. SE

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