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Streit um Wolfsabschuss: Regierung will an Plan festhalten

Kathrin Führes © Kathrin Führes
Kathrin Führes
am
Mittwoch, 26.01.2022 - 10:55
Wolf-im-Winter © photocech - stock.adobe.com
In Bayern sollen sich weiterhin Gerichte mit dem geplanten Wolfsabschuss beschäftigen.

Darf der Wolf geschossen werden oder nicht – mit dieser Frage sollen sich in Bayern weiterhin die Gerichte beschäftigen. Gegen die Entscheidung des Verwaltungsgerichts, welches den Eilanträgen vom Bund Naturschutz sowie der Gesellschaft zum Schutz der Wölfe Recht gab und die Abschussgenehmigung kurzfristig stoppte, will die Regierung von Oberbayern nun Rechtsmittel einlegen. Das Verwaltungsgericht hatte argumentiert, dass die aktuelle Gefährdungslage vor allem weitere Aufklärungsmaßnahmen sowie Besenderungs- und Vergrämungsmaßnahmen erfordere. Diese Maßnahmen hält die Regierung jedoch nicht für praktikabel, „um dem Problem zeitgerecht Rechnung zu tragen.“

Die Landesanwaltschaft Bayern wurde daher von der Regierung gebeten, gegen die Beschlüsse des Verwaltungsgerichts München Beschwerde zum Bayerischen Verwaltungsgerichtshof einzulegen. Gegenüber der Redaktion gab ein Sprecher der Landesanwaltschaft an, dass man gegen die beiden Beschlüsse Beschwerde eingelegt habe. Wann mit einer Entscheidung zu rechnen ist, könne aber noch nicht prognostiziert werden.

Jägerschaft kritisiert Allgemeinverfügung

Auch Teile der Jägerschaft kritisierten die Pläne der Regierung. So sagte Franz Sommer, Vorstand der Jägervereinigung Rosenheim, gegenüber „bild.de“: „Man soll auch bei Nacht und auch aus dem Auto heraus den Wolf schießen dürfen – das ist alles andere als waldmännisch!“ Auch hätten die örtlichen Jäger Angst vor einer Stigmatisierung – ähnlich wie es damals beim Abschuss des Problembären „Bruno“. BJV-Präsident Ernst Weidenbusch bezeichnete die Allgemeinverfügung als „weltfremd“ und hält es für keine gute Idee, eine Liste mit Jägern zu erstellen, die den Wolf schießen sollen.

Erfahrungen aus Niedersachsen zeigen, welche Probleme für örtliche Jäger entstehen können. In Gebieten, in den Wölfen zum Abschuss freigegeben sind, kam es in der Vergangenheit immer wieder zu zerstörten Ansitzeinrichtungen oder Anfeindungen gegenüber der Jägerschaft – vor allem in sozialen Netzwerken.

Wo sich der Wolf aktuelle befindet, ist unklar. Die letzte Sichtung stammt vom 19. Dezember.

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