Home News Streit um Schonzeitbejagung: Verbissschäden nicht nachweisbar

Streit um Schonzeitbejagung: Verbissschäden nicht nachweisbar

In Mecklenburg-Vorpommern geht der Konflikt ums Rotwild weiter (Symbolbild). © veneratio - stock.adobe.com

In Mecklenburg-Vorpommern geht der Konflikt ums Rotwild weiter (Symbolbild).


Im Streit um den Rotwildabschuss im Forstamt Schuenhagen haben sich neue Erkenntnisse ergeben. Bei einem Ortstermin am 10. Mai stellte sich laut einer Mitteilung der Hegegemeinschaft Hochwild Schuenhagen – Franzburg (HG) heraus, dass vom Forstamt weder Schäden in genannter Höhe (54%-60%) noch überhaupt frische Verbiss- oder Schälschäden gezeigt werden konnten.

Diese angegebenen Schäden seien allerdings ursächlich für die Erlaubnis der Schonzeitbejagung gewesen. Unabhängige Sachverständige hatten den Bestand laut der HG ebenfalls als „voll intakt und vollkommen ungefährdet“ deklariert. Auch konnte demnach kein aktuelles Gutachten vorgelegt werden, sondern es sei lediglich auf das regulär von der Landesforstanstalt im Jahr 2016 durchgeführte Verbissinventurverfahren verwiesen worden.

Schonzeitjagd als vorbeugende Maßnahme?

Amtsleiter und Revierförster hatten laut HG beim Ortstermin die Schonzeit-Bejagung des Rotwilds als vorbeugende Maßnahme dargestellt. Nach Ansicht der HG beruhe der genehmigte Abschussantrag auf falschen Angaben des Forstamtes Schuenhagen und mangelhafter Prüfung durch die Behörden. Die Jagd habe letztendlich zu unnötigem Stress in der Setzzeit geführt.

Ein positives Signal gab es dennoch: Der Vorstand der Landesforstanstalt und die Hegegemeinschaft sehen Möglichkeiten einer künftigen Zusammenarbeit im Bereich des Forstamtes Schuenhagen.

Manfred Baum, Vorstand der Landesforsten, erklärte gegenüber der Redaktion, die Situation vor Ort werde von den verschiedenen Parteien unterschiedlich bewertet. Es gebe aber ein gemeinsames Bestreben von Forst und Hegegemeinschaft, die Zusammenarbeit zu intensivieren.  RS


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