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Streit um Nationalpark

Blick in den Böhmerwald nahe der Stadt Bergreichenstein (Kasperske Hory). Foto: Web-Cam Sumava.eu © Web-Cam Sumava.eu
Blick in den Böhmerwald nahe der Stadt Bergreichenstein (Kasperske Hory). Foto: Web-Cam Sumava.eu © Web-Cam Sumava.eu

Blick in den Böhmerwald nahe der Stadt Bergreichenstein (Kasperske Hory). Foto: Web-Cam Sumava.eu

Der Senat (Oberhaus) der Tschechischen Republik hat Ende April dem Parlament eine entsprechende Vorlage zur Weiterbehandlung zugeleitet. Laut einem Bericht der "Passauer Neuen Presse" (PNP) trage dieser die "Handschrift" der meisten der über 20 Gemeinden, auf deren Gebiet der Nationalpark "Sumava" liegt. Naturschützer – insbesondere auch aus Deutschland – versuchen nun den Eindruck zu erwecken, dass dadurch der Nationalpark-Status gefährdet sei. Ein Status, der bisher nur indirekt aus anderen rechtlichen Regelungen abgeleitet wird und den eben jenes umstrittene Gesetz eigentlich regeln soll.
Worum geht es dabei? Die Parkfläche ist in ein über 167.000 Hektar großes Landschaftsschutzgebiet eingebettet und umfasst derzeit insgesamt rund 68.000 Hektar; vornehmlich Wald und Moorgebiete. Davon sind bisher 8.800 Hektar als vollkommen sich selbst überlassene "Zone I" definiert. Der kritisierte Gesetzentwurf sieht laut dem PNP-Bericht vor, diese Zone auf fast 15.000 Hektar zu erweiteren. Den Naturschützern ist dies zu wenig. Sie fordern, an älteren Planungen festzuhalten und die Hälfte des Parks (rd. 34.000 Hektar) bis zum Jahr 2030 als "Wildnis" auszuweisen.
Angesichts der derzeitigen politischen Konstellation in Prag erscheint es Kommentatoren ohnehin fraglich, ob das Gesetz eine Chance hat verabschiedet zu werden. In Deutschland findet der Vorgang auch deshalb Beachtung, weil der Nationalpark Böhmerwald auf eine Länge von 60 Kilometern an den kleineren, etwa 24.000 Hektar umfassenden Nationalpark Bayerischer Wald grenzt und gemeinsam mit diesem laut Eigenwerbung das "grüne Dach Europas" bildet.
JMB