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Strafanzeige gegen BJV-Präsident Vocke

Vocke-Landesjaegertag-2019 © Martin Weber
Prof. Dr. Jürgen Vocke ist seit 25 Jahren Präsident des Bayerischen Jagdverbandes.

Aufruhr beim Bayerischen Jagdverband! Wie die „Main-Post“ heute berichtet, wurde gegen den Präsidenten des Bayerischen Jagdverbands Strafanzeige wegen Verdachts auf Untreue und Unterschlagung gestellt. Der promovierte Jurist Vocke leitet seit 25 Jahren die Geschicke des BJV und hatte für den Anfang des kommenden Jahres seinen Rücktritt angekündigt. Wie aus Kreisen des Bayerischen Jagdverbands zu hören ist, schwelt schon seit längerem ein Streit sowohl um die Führung des Verbandes durch Vocke sowie um finanzielle Unklarheiten.

Laut der „Main-Post“ geht sowohl aus einem Protokoll der Präsidiumssitzung vom 25. Juli als auch aus einem Schreiben des beauftragten Wirtschaftsprüfers vom 13. August hervor, dass Unklarheiten in der Haushaltsführung bestünden. Speziell soll es sich laut Angaben der Zeitung um die Beschäftigung der Tochter von Prof. Dr. Vocke bei der BJV-Service-GmbH sowie um die Nutzung des Dienstwagens durch den Präsidenten handeln. Laut des beauftragten Wirtschaftsprüfers sei eine verdeckte Gewinnausschüttung nicht auszuschließen. Auch ist fraglich, ob die Vergütung des Präsidenten nicht doch lohn- und sozialversicherungspflichtig war. Ein möglicher Verlust der Gemeinnützigkeit des Verbandes könnte die Folge sein.

BJV will sich zur Strafanzeige nicht äußern

Auslöser für die Strafanzeige gegen Vocke sei laut der „Main-Post“ ein Schreiben der Landesschatzmeisterin, die eine ganze Reihe möglicher Probleme in der Kassenführung aufgelistet haben soll. Der Vorsitzende der BJV Kreisgruppe Memmingen und Präsidiumsmitglied, Andreas Ruepp, habe daraufhin bei der Staatsanwaltschaft I in München Strafanzeige gestellt. Auf Nachfrage der Redaktion bei der Staatsanwaltschaft konnte man bisher den Eingang der Strafanzeige nicht bestätigen, jedoch auch nicht ausschließen, dass diese zwar vorliege aber noch nicht im System erfasst sei.

Gegenüber der „Main-Post“ äußerte sich Ruepp: „Ich habe feststellen müssen, dass Präsident Vocke keinen Willen hat, bei der Aufklärung der Sachverhalte mitzuhelfen. Ich sehe nur eine Verweigerungshaltung. Da mache ich nicht mehr mit.“

Auf Nachfrage der Redaktion beim Bayerischen Jagdverband äußerte man sich folgendermaßen: „Der Präsident des Bayerischen Jagdverbandes kennt den Inhalt der Strafanzeige noch nicht und kann deshalb derzeit noch keine Stellung dazu nehmen. Es handelt sich um ein schwebendes Verfahren, deshalb bitten wir Sie um Ihr Verständnis, dass wir derzeit uns dazu noch nicht äußern können.“

+++ Staatsanwaltschaft bestätigt Strafanzeige +++

Am 3. September 2019 bestätigte die Staatsanwaltschaft gegenüber der Redaktion, dass die Strafanzeige vom 23. August 2019 bei der Staatsanwaltschaft eingetroffen ist.


Kathrin Führes geboren in Lingen, Jagdschein seit 2014, hat nach dem Abitur Forstwissenschaft an der TU München studiert und ist nun seit 2015 bei der PIRSCH.
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