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Stoffstreifen zum Schutz vor Wölfen

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Montag, 23.02.2015 - 01:00
Schutzzaun? Wenn der Wolf da mal nicht durch die Lappen geht... Foto: W. Meyer © W. Meyer
Schutzzaun? Wenn der Wolf da mal nicht durch die Lappen geht... Foto: W. Meyer

Medienberichten zu Folge beobachtete Katja Frank am Dienstag im Kreis Lüneburg (Niedersachsen) einen Wolf, der am Nachmittag am Zaun ihres Grundstückes entlang gezogen kam. Offenbar völlig unbeeindruckt von der Nähe zu einem Menschen sei er dann im nahegelegenen Wald verschwunden. Besorgt schilderte sie der örtlichen Zeitung, dass sie von nun an ihre Kinder wohl nicht mehr unbeaufsichtigt draußen spielen lasse.
Ähnliches ging auch den Eltern der Kindergartenkinder von St. Gorgonius durch den Kopf (wir berichteten hier). Am Mittwoch viel im Niedersächsischen Umweltministerium die Entscheidung: Seit Freitag wird das Gelände des Kindergartens nun mit einem etwa 800 bis 1.000 Meter langen und etwa 60 Zentimeter hohen „Lappenzaun“ geschützt. Das heißt, ein Drahtseil, an dem alle fünf bis zehn Zentimeter bunte Stoffstreifen angebracht sind, soll den Wolf vergrämen. „Die ersten Meter Zaun stehen bereits“, erklärte die Kindergartenleiterin Sabine Haust gegenüber jagderleben.
Eine Maßnahme, die nicht alle für sinnvoll halten: Der Wolfsbeauftragte Uwe Martens hält dies für übertriebenen Aktionismus, auch wenn er es nicht verharmlosen möchte: „Um die Kinder zu schützen, müsste man dann auch gleich alle Bäume fällen“, spottete er im Gespräch mit der Redaktion. Haust gab aber auch zu, dass der Zaun von einigen Eltern belächelt werde. Für den Bürgermeister Willibald Meyer ist es immerhin ein erster Schritt. Er habe einen Anruf aus Schweden erhalten: Auch dort schütze man sich in Wolfsregionen mit bestückten Wäscheleinen, so Meyer abschließend.
MH