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Steinwild nimmt zu

J.-M. Bloch © Markus Werner
Josef-M. Bloch
am
Sonntag, 11.12.2016 - 01:08
Hervorragend an den hochalpinen Lebesraum angepasst: Steinböcke. Foto: Stefan Meyers © Stefan Meyers
Hervorragend an den hochalpinen Lebesraum angepasst: Steinböcke. Foto: Stefan Meyers

Die Zahl der Steinböcke in den bayerischen Alpen hat deutlich zugenommen. Das geht aus einem von Forstminister Helmut Brunner Anfang Dezember vorgestellten Bericht hervor. Danach ist im Vergleich zur letzten offiziellen Bestandserfassung 2010 die Zahl von 450 auf 730 Tiere gestiegen. Experten gehen deshalb von einer tatsächlichen Gesamtpopulation von fast 800 Tieren aus. „Diese deutliche Zunahme ist erfreulich und Beleg dafür, dass sich die Steinböcke in unseren Hochgebirgsregionen wohl fühlen“, so Brunner.
Die "Süddeutsche Zeitung" sieht auch darin eine Folge des Klimawandels. Wildbiologen sehen den Klimawandel indes nicht nur positiv für den Steinwildbestand. Die Nachteile überwiegen unter Umständen die Vorteile (besseres Nahrungsangebot, weniger Lawinenverluste). So treibt die Vegetation zwar immer früher aus, die Kitze werden jedoch noch nach dem „alten Zeitplan“ gesetzt. Das führt dazu, dass ihren Müttern die für die Milchproduktion beste Äsung entgeht. Auch drängen Krankheitserreger durch die wärmeren Sommer immer weiter nach oben. Der König der Berge ist nämlich eigentlich hervorragen an die kühleren Regionen angepasst: Der ganzjährig unter Schutz stehende Steinbock hat sich daher auch auf Felsgebiete über der Baumgrenze spezialisiert weswegen es in Bayern auch nur einzelne Populationsinseln gibt: im Nationalpark Berchtesgaden etwa, im Oberallgäu, an der Benediktenwand oder im Bereich des Brünnsteins. So gesehen darf man gespannt sein, ob sich die Tiere im Freistaat weiter ausbreiten, oder ihr Maximum erreicht haben.
PM/JMB