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Mit Stahlgittern Rehe retten

Bepflanzte Ausstiegshilfen sollen in Zukunft  den Ausweg ermöglichen.
Foto: T. Schreder © T. Schreder
Die Verantwortlichen (v. l.): Theodorus Reumschüssel, Richard Agerer, Johannes Durner (Eon) sowie Thomas Schreder und Siegfried Ippisch (Wasserwacht). 
Foto: T. Schreder © T. Schreder

Die Verantwortlichen (v. l.): Theodorus Reumschüssel, Richard Agerer, Johannes Durner (Eon) sowie Thomas Schreder und Siegfried Ippisch (Wasserwacht). Foto: T. Schreder

Zwischen Finsing und Eitting (Kreis Erding) gelangt immer wieder Wild in den Kanal und findet keinen Ausweg mehr. Schuld daran sind die glatten Kanalwände (wir berichteten siehe unten). Um diese Gefahr einzudämmen, wurden bereits vor Jahren Stahlgitter-Matten als Ausstiegshilfe angebracht – doch scheinbar ohne Erfolg.
Da sich die Vorfälle insbesondere 2013 häuften, mussten die örtliche Jägerschaft, der Energiebetreiber Eon sowie die Rettungskräfte eine Lösung finden. „14 Alamierungen gingen im vergangenen Jahr ein. Hauptsächlich Rehwild verendete, einmal wurde ein Schmalspießer geborgen“, bedauerte der 1. Vorsitzende des Kreisjagdverbandes (KJV) Erding, Thomas Schreder, die Geschehnisse.
Gemeinsam haben der Bayeriche Jagdverband, der Energiekonzern und die Wasserwacht die Verbesserungen erarbeitet. Diese stellten sie am vergangenen Mittwoch der Öffentlichkeit vor: Am wichtigsten war die Abstandsreduzierung der Ausstiegshilfen sowie deren Bepflanzung. „Bisher hatten die Matten einen Abstand von 800 bis 1.000 Meter.“ Nun haben die Tiere durchschnittlich alle 200 Meter einen Fluchtweg. Weiterhin wurden verschiedene Rankengewächse auf die Gittermatten gepflanzt, um den Tieren einen natürlichen Belag zu schaffen und den Ausstieg erkennen lassen, erklärte Klaus Hildebrandt von der KJV.
Zusätzlich wurden Warnschilder aufgestellt, die den Erholungssuchenden Verhaltenstipps geben und dem Wild Ruhezonen schaffen sollen. Investieren werde der Energiekonzern auch in neue Rettungstechnik von Feuerwehr und Wasserwacht. Zusammen habe man einen neuen Bergegurt entwickelt, der ein sanfteres Anlanden gewährleiste. „Einen Prototyp gibt es bereits“, so Theodorus Reumschüssel von Eon. Auf die Kosten angesprochen sagte er, dass die Wildausstiege bisher insgesamt rund 300.000 Euro gekostet haben.
Die Jägerschaft wünscht sich zukünftig weitere Verbesserungen. Dazu schlugen sie dem Konzern vor, ein wissenschaftliches Projekt zur Thematik anzustoßen. „Erstmal gehen wir schrittweise vor“, sollten die bisheringen Maßnahmen jedoch ins Leere laufen, sei dieser Vorschlag eine Möglichkeit, so der Sprecher des Energiekonzern.
MH