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Stadtschweine unter die Lupe genommen

Die zunehmende Urbanisierung von Wildtieren wird vor allem in Berlin deutlich (Symbolbild). Foto: Carina Greiner-Kaiser © Carina Greiner-Kaiser

In einer Kooperationsstudie vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin, dem Landeslabor Berlin Brandenburg und dem Naturkundemuseum Luxemburg wurde nach den Wurzeln der Hauptstadt-Schwarzkittel geforscht. Unter der Leitung von Doktorandin Milena Stillfried untersuchte das Team dafür 387 adulte Tiere.
Die Gewebeproben stammen von erlegten Stücken der winterlichen Drückjagden. Es galt herauszufinden, mit welcher Population die in Park- und Gartenanlagen vorkommenden Schweine verwandt sind - mit einer aus den vier Stadtwäldern oder mit einer aus dem ländlichen Umland Brandenburgs. Außerdem sollte darüber Aufschluss gewonnen werden, ob ein Austausch zwischen den verschiedenen Vorkommen besteht oder ob sie sich isolieren.
Stillfrieds Ergebnis lautet: „Überraschenderweise handelt es sich bei den Wildschweinen der Berliner Stadtwälder um drei isolierte Populationen, die im Kerngebiet des Grunewalds, im Tegeler Forst sowie im Köpenicker Forst vorkommen. Hingegen bilden die Wildschweine aus Pankow, dem vierten Forstgebiet Berlins, eine zusammenhängende Population mit den untersuchten Brandenburger Wildschweinen.“ Somit kam es zu mindestens zwei unabhängigen Besiedelungsprozessen der Stadtwälder. Des Weiteren erklärt Stillfried, dass Wildschweine aus den innerstädtischen Bereichen (Park-, Friedhofs- und Gartenanlagen) nicht aus den Stadtwäldern stammen, sondern aus Brandenburg eingewandert sind. Sehr wahrscheinlich ist, dass regional der genetische Austausch durch bestimmte Landschaftsstrukturen, wie etwa Flüsse, Autobahnen oder eventuell die Berliner Mauer versperrt wurde.
PM/RW