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SPD-Jäger formieren sich

Jens Hepper (v. li.), Gerd Will MdL, Thorsten Tellmann, Dieter Schilling und Dirk Reuter sind angetreten, um die Grundlagen für die zukünftige Arbeit zu schaffen. Foto: NJ © NJ

Aus allen Regionen Niedersachsens trafen sich in Hannover SPD-Mitglieder. Außer ihrem Parteibuch haben sie eine weitere Gemeinsamkeit: Sie verbindet die jagdliche Passion – und die Sorge, dass die Jagd in der SPD-Fraktion des Niedersächsischen Landtages ein eher stiefmütterliches Dasein fristet. Ganz unberechtigt scheint diese Befürchtung nicht zu sein, denn unter den 49 SPD-Landtagsabgeordneten gibt es lediglich einen Jäger, nämlich Gerd Will aus Nordhorn. Dieser war denn auch zusammen mit Thorsten Tellmann, dem stellvertretenden Vorsitzenden der Jägerschaft der Landeshauptstadt Hannover, die treibende Kraft für dieses Treffen. Unterstützt wurden sie dabei von Carola Sandkühler, Parlamentarische Referentin der SPD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag für Umwelt & Energie/Landwirtschaft & Verbraucherschutz.
Nach einer kurzen Selbstvorstellung der Anwesenden erläuterte Will die Beweggründe für diese Zusammenkunft. Mit dem Landwirtschafts- und dem Umweltministerium habe die SPD ihrem Koalitionspartner zwei für die Jagd bedeutsame Ressorts überlassen. Zum Stichwort Jagd enthalte die Koalitionsvereinbarung lediglich die knappe Aussage: „Zeitgemäße und naturnahe Jagd muss sich an ökologischen Prinzipien ausrichten und den Erfordernissen des Tierschutzes gerecht werden. Daher wird die rot-grüne Koalition das Jagdrecht novellieren und dabei auch die Jagd in EU-Vogelschutzgebieten thematisieren. Es soll ein konstruktiver und fachlich orientierter Dialog mit allen Betroffenen und Beteiligten beginnen.“ Diese vage gehaltenen Formulierungen schrieben, so Will, keinen abzuarbeitenden Maßnahmenkatalog fest. Es stecke in ihnen jedoch auch ein nicht unerhebliches Konfliktpotenzial, wenn diese Themen aus welchen Gründen auch immer dem grünen Koalitionspartner allein überlassen würden.
Diese Auffassung bestätigte Claus Jacobi. Der überzeugte Sozialdemokrat und begeisterte Jäger hat zusammen mit dem Dortmunder Rechtsanwalt Uwe Lüders und weiteren sechs Gründungsmitgliedern die „Waid-Genossen“ (www.waid-genossen.de) ins Leben gerufen. In diesem „Initiativkreis sozialdemokratischer Jägerinnen und Jäger in Nordrhein-Westfalen“ formiert sich parteiinterner Widerstand gegen die im rot-grünen Koalitionsvertrag in Nordrhein-Westfalen festgeschriebene Novellierung des Jagdgesetzes. Die „Waid-Genossen“ wollen dem Jagdwesen in der SPD wieder eine deutliche Stimme geben. Viele der mittlerweile rund 100 Mitglieder sind kommunalpolitische Mandats- und Funktionsträger.
Jacobi und Lüders stellten ihre bisherigen Erfahrungen mit ihrem „grünen Jagdminister“ vor und ermunterten ihre niedersächsischen Parteifreunde, sich ebenfalls innerhalb der SPD zu organisieren. Es gelte zu verhindern, dass den Jägern von unwissenden Politikern vorgeschrieben werde, was sie zu tun und zu lassen hätten.

NJ

Ansprechpartner
Jagende SPD-Mitglieder, die mehr über die „Waidgenossen“ wissen oder sich ihnen anschließen wollen, wenden sich an Gerd Will, spd.gerd.will@googlemail.com