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Skurriler Tierschutz

Diese Radarfalle sorgte für hohe Einnahmen und viel Aufregung. Foto: Sven Eichler © Sven Eichler

Mitten durch den Wald bei Heimbach (Eifel) führt die Landstraße, vorbei an Felsen. Dort hausen Uhus. Zu ihrem Schutz ordnete der Kreis Düren auf Wunsch einer Naturschutzorganisation eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 km/h an, damit die Uhus nicht von Autos erfasst werden. An die Geschwindigkeitsbegrenzung hielt sich keiner. Eine Radaranlage wurde aufgestellt, die in nur zehn Monaten über 7.600 Raser blitzte. Für den Kreis eine willkommene Einnahme.
Das stoppte vergangene Woche das Verwaltungsgericht Aachen (Az.: 2 K 1352/11). Eine Autofahrerin hatte geklagt und bekam Recht. Der Richter hielt das Tempolimit zum Schutz des Uhus grundsätzlich für vertretbar, kritisierte aber die Begründung des Kreises: Der hatte dafür eine entsprechende Vereinbarung mit Naturschützern angeführt. Eine solche Maßnahme müsse aber "nach eigenem Ermessen" und "unbeeinflusst von Dritten" erfolgen.
Der Starenkasten war in der Zeit Opfer harter Attacken: Mit Farbe unbrauchbar gemacht, andere schmissen Steine durchs Glas auf die Kamera, besonders Wütende stahlen einen Traktor und legten das Gerät flach. 50.000 Euro Schaden, doch der Kasten wurde wieder aufgerichtet. Der Bestand des einst vom Aussterben bedrohten Uhus hat sich in den letzten drei Jahrzehnten stark erholt, allein in Deutschland auf etwa 1.500 Brutpaare.
PB