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Skurriler Jagdgesetzentwurf


Unmittelbar vor Beginn der Sommerferien hat das Ministerium den Entwurf der hessischen Jagdverordnung (JVO) dem Landesjagdverband Hessen (LJV) und weiteren Verbänden – darunter auch obskure Tierschutzorganisationen – zur Anhörung übersandt. Die Anhörungsfrist endet am 15. September. Mit dieser Terminierung solle erreicht werden, dass der öffentliche Protest von Jägern, Land- und Forstwirten und ihrer Mitstreiter während der Haupturlaubszeit verpufft und eine der schlechtesten Jagdverordnungen Deutschlands klammheimlich in Kraft treten könnte. „Das Gegenteil wird der Fall sein“, gibt sich der LJV kämpferisch. Jede Zeile dieses Jagdverordnungsentwurfs zeige die Handschrift „urbaner Schreibtisch-Ökologen und ideologischer Jagdgegner“. Dem Dogma fielen Niederwildhege, Arten- und Tierschutz, Wildseuchenbekämpfung und der Schutz des Menschen vor der Übertragung von Wildkrankheiten gnadenlos zum Opfer.
Wildbiologische Erkenntnisse und die Verhütung von Wildschäden – die etwa durch Wildgänse entstehen – werden zur Farce. Ebenfalls werden Niederwildreviere derart entwertet, dass diese von den Jagdgenossenschaften kaum noch zu verpachten sind. Denn im Paragraph 3 Absatz 3 heißt es, dass zur „Beobachtung der Bestandes- und Besatzdichten (...) die oberste Jagdbehörde einheitliche Monitoringverfahren bestimmen soll“. Der LJV befürchtet, dass dadurch private Naturschützer wie Nabu oder BUND künftig entscheiden, wann gejagt werden darf (siehe Feldhase und Stockente).

Hier die wichtigsten Änderungen zu den Jagdzeiten:
  • Feldhase: vom 1. Oktober bis 31. Dezember „bei ausreichenden Beständen“.
  • Fuchs: 15. August bis 31. Januar (Jungfüchse ganzjährig)
  • Dachs: 1. August bis 31. Oktober
  • Steinmarder: 16. Oktober bis 31. Januar
  • Baummarder: keine Jagdzeit
  • Iltisse: keine Jagdzeit
  • Hermeline: keine Jagdzeit
  • Rehbock: 1. Mai bis 31. Januar

Federwild
  • Stockente: 1. September bis 15. Januar „bei ausreichenden Beständen“, gleiche Regelung wie beim Feldhasen.
  • Rabenkrähe und Elster: 1. August bis 15. Oktober
  • Rebhuhn: keine Jagdzeit
  • Grau-, Bläss-, Saat u. Ringelgans: keine Jagdzeit (Nur mit Sondererlaubnis der Jagdbehörde)
  • Kanadagans: 1. August bis 31. Oktober
  • Nilgans: 1. Aeptember bis 15. Januar
  • Waldschnepfe: keine Jagdzeit
  • Blässhuhn: keine Jagdzeit
PM LJV

Den vollständigen Entwurf finden Sie hier.

Den Vergleich mit anderen Bundesländern finden Sie hier.