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Silvester: Stress für Hunde & Wildtiere

Silvester kann auch für schussfeste Jagdhunde beängstigend sein (Symbolbild).


In den Geschäften stapeln sich wieder Batterien, Raketen oder Böller – das Silvesterfeuerwerk landet auch in diesem Jahr bei vielen Deutschen im Einkaufswagen. Klassischerweise wird das neue Jahr mit viel Krach und Lichtblitzen begrüßt, doch ungefährlich ist der Spaß nicht. Kommt es beim Abbrennen von Böllern und Co. bei Menschen immer wieder zu teils gefährlichen Verletzungen, leiden besonders auch Haustiere und Wildtiere unter dem Krach.

Auch Jagdhunde betroffen

Jagdhundeführer neigen oft dazu, davon auszugehen, dass ihre schussfesten Hunde auch an Silvester keinen Stress oder Angst verspüren. Doch diese Annahme trifft nicht immer zu. Macht die Knallerei generell dem gefestigten Jagdhund vielleicht weniger aus, kann die Unberechenbarkeit des Lärms oder die Lichtblitze auch bei unseren vierläufigen Jagdbegleiter für Panik sorgen. Daher sollte man den Hund am Silvester- und Neujahrstag stets an der Leine führen und in der Silvesternacht im gesicherten Haus halten und ihm dort eine Rückzugsmöglichkeit (abgedunkelte Box oder ähnliches) bieten. Vergessen Sie auch nicht, zeitig vor Mitternacht, dem Hund nochmal die Möglichkeit zu geben, sich zu lösen. Auch sollte dem Hund jederzeit Wasser zur Verfügung stehen.

Sollten Sie wissen, dass Ihr Hund mit Panik reagiert, macht es vielleicht Sinn, den Abend in einer abgeschiedenen Jagdhütte zu verbringen, um so den Lärm zu entgehen. Wenn die Flucht an ruhigere Orte nicht möglich ist, können Bachblüten bzw. Rescuetropfen oder Pheromone (DAP) dem Hund helfen, den Abend einigermaßen zu überstehen. Auch eine medikamentöse Behandlung ist möglich, sollte aber unbedingt mit einem Tierarzt abgesprochen werden.

Feuerwerk sollte nicht in Waldrandnähe gezündet werden. © Pixabay.Com/Hans Braxmeier

Feuerwerk sollte nicht in Waldrandnähe gezündet werden.

Stress für Wildtiere

Für Wildtiere bedeutet die Silvesterzeit ebenfalls Stress. Da Tiere ein besseres Gehör als wir Menschen haben, werden Knallerei und Co. nochmals intensiver wahrgenommen. Besonders Wildtiere, die in Stadtnähe leben, sind davon betroffen. Bei Vögeln beobachtet man immer wieder, dass sie durch den Lärm aufgeschreckt, mehrere hundert Meter in die Höhe steigen. Eine Höhe, die sie normalerweise nicht erreichen und die den Vögeln enorme Energiereserven abverlangt.

In den Wäldern herrscht glücklicherweise in den meisten Fällen Ruhe. Jäger sollten aber dennoch mit gutem Beispiel vorangehen und in der Nähe von Wild bzw. Wald auf Silvesterfeuerwerk verzichten.


Kathrin Führes geboren in Lingen, Jagdschein seit 2014, hat nach dem Abitur Forstwissenschaft an der TU München studiert und ist nun seit 2015 bei der PIRSCH.
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