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Sieben Greifvögel getötet

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Dienstag, 16.02.2016 - 01:00
Die Opfer des Räubers: Jedes Jahr nach der Flugshow-Saison wurden sie zur Beizjagd eingesetzt. Foto: Falk. Katharinenberg © Falk. Katharinenberg
Die Opfer des Räubers: Jedes Jahr nach der Flugshow-Saison wurden sie zur Beizjagd eingesetzt. Foto: Falk. Katharinenberg

Es sind nicht irgendwelche Greifvögel, die da tot am Boden liegen. Es sind die Stars des Wunsiedler Greifvogelparks (Oberfranken), die während der Sommersaison spektakuläre Flugvorführungen absolvieren. Die Akrobaten der Lüfte hatte Mickisch selbst abgerichtet und trainiert. Nun steht der Falkner vor einem Trümmerhaufen. Nicht nur der finanzielle Schaden, den Mickisch auf rund 50 000 Euro schätzt, ist groß, sondern auch der emotionale Verlust jedes einzelnen Vogels. Einige waren über Jahre hinweg treue Wegbegleiter. Einen Großteil hatte der Wildtierexperte selber gezüchtet.
Der Täter war anhand von Aufzeichnungen der Videoüberwachung schnell ausgemacht – ein Fuchs. „Er muss zwischen 15 und 19 Uhr in den Bereich der Fluganlagen eingedrungen sein“, erzählt Mickisch. Später hat der Falkner eine Lebend-Falle aufgestellt. Tatsächlich kehrte Reineke zurück und so saß am nächsten Tag ein neun Kilo schwerer Rüde in der Falle.
Warum er sich nicht einmal vom Wachhund hat vertreiben lassen, ist unklar. Der Katharinenberg ist der Hausberg von Wunsiedel und ein beliebtes Ausflugsziel. Wäre der Räuber nachts gekommen, hätte er keine Beute gemacht, denn da sind die Greifvögel in ihren sicheren Übernachtungsvolieren. In gut fünf Wochen ist die Wintersaison vorbei und der Greifvogelpark öffnet wieder. Daran soll trotz der Tragödie festgehalten werden. Denn die neuen Greifvögel, die in Zukunft die Flugshows gestalten werden, seien schon „im Anflug“. Der Vorfall in der Falknerei Katharinenberg habe sich unter den Berufsfalknern schnell herumgesprochen und eine Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst. Schon am vergangenen Freitag war Mickisch in Prag, um einen Sakerfalken zu holen. Die Angebote kämen aus ganz Europa.
Karin Heindl