Home News Seuchenschutz: Entmachtung von Revierinhabern im ASP-Fall

Seuchenschutz: Entmachtung von Revierinhabern im ASP-Fall

Bundesregierung erweitert behördliche Befugnisse zur Seucheneindämmung (Symbolbild).


Die Bundesregierung hat Änderungen des Tiergesundheits- und Bundesjagdgesetztes beschlossen, um im Fall eines Seuchenausbruchs der Afrikanischen Schweinepest (ASP) rasche behördliche Maßnahmen einleiten zu können. Dazu gehören die Möglichkeit vorher bestimmte Gebiete mit Zäunen abzusperren, den Personen- und Fahrzeugverkehr zu beschränken und beispielsweise Ernteverbote auszusprechen.

Vor allem soll jedoch die Bejagung durch andere Personen als den Jagdausübungsberechtigten verstärkt ermöglicht werden. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) erklärte gegenüber der Redaktion: "die nach Landesrecht zuständige Behörde kann Dritte, z. B. Jagdausübungsberechtigte anderer Reviere oder aber auch das eigene Personal beauftragen, sofern eine verstärkte Bejagung durch den eigentlich zuständigen Jagdausübungsberechtigten nicht oder nicht im ausreichenden Maße möglich ist. Wer tatsächlich beauftragt wird, liegt im Ermessen der zuständigen Behörde."

Damit ist es möglich, zur Seucheneindämmung, zivile Jäger in fremden Jagdrevieren einzusetzen. Dies gilt nur für die Jagd auf Schwarzwild

Seuchenprävention hat Vorrang

Die Regierung setzt vorerst weiter darauf, das Seuchenrisiko zu senken. Um das Einschleppen von Tierkrankheiten zu verhindern gilt ein generelles Verbot Fleisch, Fleischerzeugnisse und Milch aus Nicht-EU-Ländern mitzubringen. Die erheblich angewachsenen Wildschweinbestände sollen ausgedünnt werden. PM/CL


Christian Liehner Redaktionsvolontär bei den dlv-Jagdmedien. Aufgewachsen am Bodensee. Jagdschein während des Studiums der Politikwissenschaft und Geschichte in Freiburg.
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