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Sehtest-Pflicht für Jäger

Geschätstüchtiger Optiker: Innungsmeister Peter Gumpelmayer. Foto: P.Gumpelmayer


In Österreich ereigneten sich in den vergangenen Wochen drei Jagdunfälle. Dies nahm die Bundesinnung der Augenoptiker zum Anlass, so schnell wie möglich verpflichtende Sehtests für Jäger zu fordern. Kurz darauf schloss sich dieser Forderung auch der österreichische Tierschutzverein an. Die Notwendigkeit sehen die Experten bei Jagdanwärter vor der Jägerprüfung und für den Erwerb der Jagdkarte. Je nach Alter sollen die Jagdausübungsberechtigten dann alle zwei bis vier Jahre zur Nachuntersuchung.
„Der Gesetzgeber darf vor der Vielzahl an Jagd-Unfällen nicht die Augen verschließen“, appellierte Peter Gumpelmayer, Bundesinnungsmeister der Augenoptiker, in einer Pressemitteilung. Zudem könne man der Selbsteinschätzung und dem Verantwortungsbewusstsein der Jäger nicht vertrauen, hieß es dort weiter. Im Gespräch mit jagderleben gestand Gumpelmayer: „Wir sind da etwas vorgeprescht, die Reaktionen hat man so nie erwartet.“ Weiter betonte er, dass die Innung nicht gegen Berufsstände agiere, sondern ein gutes Sehbewusstsein bei den Leuten schaffen wolle. „Die Forderungen gelten analog für alle „Risikogruppen“ wie beispielsweise Auto- und Kraftfahrer“, erklärte der Optiker.
Hans-Friedemann Zedka, der Pressereferent der Zentralstelle österreichischer Landesjagdverbände, „findet es peinlich und zugleich traurig“, dass die Verantwortlichen der Innung einen Unfall ausnutzen um ihre Geschäfte damit anzukurbeln. „Solange es nicht auch bei Autofahrern, Bergsteigern, Mountainbikern ähnliche Tests gibt, sei das absolut nicht relevant“, machte Zedka abschließend deutlich. Den Vorwurf einer Geschäftsidee wies Gumpelmayer zurück: „Den Sehtest kann man auch beim Augenarzt machen.“
Wie dem auch sei, die Augenoptiker-Innung nutz als "Trittbrettfahrer" einen tragischer Unfall für plumpe Propaganda, ohne selbst "klar zu sehen": Ein Querschläger, wie er bei mindestens einem der anlassgebenden Vorfälle festgestellt wurde, ist nichts, was durch einen Sehtest beim Schützen ausgeschlossen werden könnte.
MH