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Seehundsterben aufgeklärt

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Dienstag, 21.10.2014 - 02:00
Seehundjäger Thomas Diedrichsen beim Aufsammeln eines Kadavers. Foto: M. Steur © M. Steur

Das letzte Seehundsterben liegt schon einige Zeit zurück. Ende der achtziger Jahre und im Jahr 2002 gingen etliche Tiere ein. Für diesen Seuchenzug, der die Population stark beeinflusste, war ein Staupevirus verantwortlich. Bei der aktuellen Erkrankungswelle wurden bislang etwa 350 Seehunde gefunden. Sensibilisiert durch die zurückliegenden Vorfälle wurden die Meeresbewohner zur Abklärung der Ursache Veterinären der Tierärztlichen Hochschule Hannover übergeben. Sie wiesen neben Lungenentzündungen und Streptokokken bei den meisten Tieren auch einen Influenzavirus nach, der für die hohe Mortalität verantwortlich gemacht wird. Von einer Bestandsgefährdung kann zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht ausgegangen werden. Ob das neu entdeckte Virus auf Menschen übertragbar ist, können die Tiermediziner erst sagen, „wenn der genaue Subtyp bekannt ist“, berichtet Dr. Hendrik Brunckhorst, Pressesprecher der Nationalparkverwaltung, im Gespräch mit jagderleben.
Aus diesem Grund raten die Experten tote oder sichtlich kranke Tiere nicht anzufassen. „Die meiste Arbeit leisten unsere speziell ausgebildeten Seehundjäger, die ehrenamtlich arbeiten. Sie haben einen im Wortsinn oftmals schweren Job. Mitunter müssen sie sterbenskranke Tiere von ihren Leiden erlösen. Meine Hochachtung und mein Dank geht an sie“, so Dr. Detlef Hansen, Leiter der Nationalparkverwaltung.
MH

Grippevirus nun endglültig identifiziert:

Wie das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) gestern in einer Pressemitteilung mitteilt, erkranken die Seehunde im Niedersächsischen Wattenmeer ebenfalls an einem Grippevirus. Das Friedrich-Loeffler-Institut konnte in Proben den Influenza-A-Virus H10N7 bestätigen. Dieser Virus ist auch für das Seehundesterben in Schleswig-Holstein, Dänemark und im Frühjahr vor der schwedischen Küste verantwortlich. In Schleswig-Holstein verendeten seit Oktober etwa 1500 Tiere. In Niedersachsen sind es bisher 88. Die Seehundpopulation ist aber nach Einschätzung der Experten zum aktuellen Zeitpunkt nicht gefährdet. Weiterhin rät das Amt dennoch die Tiere nicht unnötigem Stress auszusetzen, sie nicht anzufassen und auch den Kontakt mit Hunde zu unterbinden.

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