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Schweinische Nachrichten

Mindestens 30 Kilo sollte das Wildschwein wiegen, damit es durch den schweren Sender nicht zu sehr beeinträchtigt wird. Foto: Wildforschungsstelle © Wildforschungsstelle

In den Kernzonen des Biosphärengebiets herrscht Jagdruhe. Einige Jäger und Landwirte stehen dem kritisch gegenüber, da sie befürchten, dass die Wildschweine sich in jagdfreien Gebieten zusammenrotten. Nachts würden sie dann auswandern und Wildschäden im Feld verursachen. Da das jedoch laut Experten reine Spekulation sei, soll jetzt das Bewegungsverhalten der Schwarzkittel untersucht werden.
Peter Linderoth von der Wildforschungsstelle des landwirtschaftlichen Zentrums Baden-Württemberg (LAZBW) ist Leiter des Projekts und erklärte in einem Gespräch mit der Redaktion, was genau gemacht wird: "Wir fangen meistens gleich mehrere Schweine in großen Fanggattern. Danach werden einzelne, 30 bis 50 Kilogramm schwere Tiere separiert und mit einem Senderhalsband (Kosten: 3.000 Euro) ausgestattet."
Das freigelassene Schwein wird per Satellit automatisch alle 30 Minuten geortet. Nach sechs Ortungen schickt das im Halsband integrierte Handy eine SMS direkt an die Wildforschungsstelle. "Dadurch können wir genau feststellen, wann sich der Schwarzkittel wo befindet", so Linderoth. Da es sich bei dem Verfahren um Satelliten-Telemetrie handelt, müsse man im Gegensatz zur terrestrischen Telemetrie nicht mit einer Antenne hinter den Tieren herfahren und sie unnötig beunruhigen.
Das Projekt läuft insgesamt drei Jahre. Bisher schicken zehn Schweine in regelmäßigen Abständen Nachrichten – 30 sollen es werden. Die Wildtierforschungsstelle bittet alle Jägerinnen und Jäger in der Region, gesichtete "Nachrichten-Schweine" zu melden.
BS