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Schweinepest erfolgreich bekämpft

Hinweis auf die Gefahr der Schweinpest: Im linksrheinischen Gebiet des Rhein-Sieg-Kreises können die Schilder abmontiert werden. Foto: Heinz Hess


Nach mehr als acht Jahren des Kampfes gegen die Schweinepest ist das linksrheinische Gebiet des Rhein-Sieg-Kreises kein „Schweinepest gefährdeter Bezirk“ mehr. Die EU hat die Schutzmaßnahmen gegen die Schweinepest weitgehend aufgehoben, teilt die Verwaltung des Rhein-Sieg-Kreises in einer Pressemeldung mit.
Bereits im Jahr 2001 war die Schweinepest von Rheinland-Pfalz aus in die Wildschweinbestände des Kreises Euskirchen vorgedrungen und hatte sich dort über Jahre hartnäckig gehalten. Im Juni des Jahres 2002 war auch bei einem in Rheinbach erlegten Wildschwein der Erreger nachgewiesen worden, der linksrheinische Rhein-Sieg-Kreis wurde „Schweinepest gefährdeter Bezirk“. Dies bedeutete umfangreiche veterinärbehördliche Auflagen und Beschränkungen für Schweine haltende Landwirte und die Jäger. Landwirte innerhalb der betroffenen Gebiete durften Schweine nur mit veterinärbehördlicher Genehmigung transportieren und mussten aufgrund von Absatzschwierigkeiten erhebliche Umsatzeinbußen verkraften. Jäger mussten jedes erlegte Wildschwein zur Untersuchung auf Schweinepest in einer behördlichen Wildsammelstelle vorlegen. Erst, nachdem ein negatives Untersuchungsergebnis vorlag, durften sie das Fleisch verwerten. Insgesamt 2747 erlegte Wildschweine wurden über die in Rheinbach errichtete Wildsammelstelle dieser mehrere Tage dauernden Prozedur unterzogen.

Engagement der Jäger ausdrücklich gewürdigt<br><p>

Mehr als 150.000 Impfköder wurden von der Jägerschaft ausgebracht, um die Seuche einzudämmen. Foto: Friedrich-Löffler-Institut


Mehrmals im Jahr wurde die Jägerschaft von der Veterinärbehörde zusätzlich in die Pflicht genommen: Es mussten Impfköder auslegt werden, um die Wildschweine gegen die Schweinepest zu immunisieren. Insgesamt verteilten die Jäger in den linksrheinischen Jagdbezirken etwa über 150.000 Köder. Mehr als die Hälfte der Wildschweinpopulation wurde so wirksam vor einer Infektion geschützt.
Die letzten Nachweise der Schweinepest an erlegtem Schwarzwild wurden im Dezember 2006 in Rheinbach und im April 2007 in Euskirchen getätigt. Betroffen war dabei jeweils ein zur Strecke gekommener Frischling.
Letztlich hätten die Jäger durch ihr großes Engagement ermöglicht, dass die Seuche jetzt im linksrheinischen Kreisgebiet eingedämmt ist, heißt es in der Presseerklärung des Kreises.

Rechtsrheinisch leider noch immer ein Problem<br><p>

Anhand der Entnahme von Blutproben kann das Virus in Schwarzwildbeständen nachgewiesen werden. Foto: Joachim Felsberg


Durch die jahrelange intensive Bejagung der Wildschweine wurde deren Bestand deutlich herabgesetzt - das sei die beste Voraussetzung, um zu verhindern, dass diese Tierseuche erneut ausbreche. Zahlenmäßig an den Lebensraum angepasste Wildtierbestände mit einem intakten Altersklassenaufbau widerstünden dem Ausbruch einer Seuche ohne menschliches Zutun auf natürliche Weise. Dies sei „allemal billiger und angenehmer, als eine behördlich verordnete Tierseuchenbekämpfung“.
Die Wildsammelstelle in Rheinbach hat ausgedient und wird in die rechtsrheinischen Teile des Rhein-Sieg-Kreises gebracht, in dem die Schweinepest bei Wildschweinen noch immer bekämpft werden muss. Alle in den Wäldern Meckenheims und Rheinbachs erlegten Wildschweine müssen allerdings im Rahmen der Seuchenvorsorge weiter auf Schweinepest untersucht werden. Neben der grundsätzlich vorgeschriebenen Vorlage von Trichinenproben müssen die Jäger künftig auch Proben zur Untersuchung auf Schweinepest vorlegen. PM