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Schwarzwildmanagement im Burgenland: Pille statt Jagd?

Hannah Reutter. © Hannah Reutter
Hannah Reutter
am
Freitag, 19.06.2020 - 07:36
Wildschwein-Sommer © WildMedia - stock.adobe.com
Das Burgenland ist hat einen 5-Punkte-Aktionsplan zur Schwarzwildbejagung vorgestellt.

Im österreichischen Burgenland wurde kürzlich ein „Maßnahmenplan für nachhaltiges Wildschweinmanagement“ vorgestellt. Der Fünf-Punkte-Plan soll laut burgenländischer Landesregierung das Fundament zur Bekämpfung der "Wildschweinplage" darstellen. Als elementarer Punkt wird die „Ruhe und Rückzugsorte für das Wild in den Abendstunden“ gesehen. In Ermangelung von Nachtruhe und Rückzugsorten ziehen sich die Tiere vermehrt in die Felder zurück, wo sie immer mehr Schäden verursachen, so eine Pressemitteilung. Wohl müsse der Wald weiterhin für alle zugänglich sein, jedoch müssten für das Wild gerade in den Abend- und Nachtstunden Ruhe und Rückzugsorte sichergestellt werden, fordert Landeshauptmann Stellvetreterin Astrid Eisenkopf.

Dennoch erteilte sie Nachttechnik zur Bejagung eine klare Absage. Trotz widerholter Forderungen betonte sie deutlich: „Wir werden im Burgenland keine Nachtsichtgeräte zur Bejagung erlauben!“

Empfängnisverhütung für Sauen?

„Eine Möglichkeit zur Eindämmung der Population sei die Empfängnisverhütung, wie sie derzeit in Deutschland erprobt werde“, heißt es weiterhin in einer Pressemitteilung. Auf eine Nachfrage gab die Landesregierung bislang keine näheren Auskünfte dazu. Zu dem Thema hatte der Deutsche Jagdverband 2018 Stellung bezogen, da Tierrechtsaktivisten diese Methode in Deutschland gefordert haben.

Konkret sollen außerdem Jagdschneisen künftig über die EU gefördert werden. Außerdem soll es künftig keine Schwarzwildfütterungen, abgesehen von Kirrungen, mehr geben. Auch Bewegungsjagden werden als effektives Mittel zur Schwarzwildbejagung empfohlen. Weiterhin bedenkt das Burgenland auch das Thema Wildbret und möchte das Angebot dessen in burgenländischen Küchen steigern. 


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