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Schwarzwild: Elendiges Ende verkürzt

Die Verletzung: Mehrer Tage musste die Sau damit leben, ehe sie erlöst werden konnte. © Matthias Klett

Die Verletzung: Mehrer Tage musste die Sau damit leben, ehe sie erlöst werden konnte.


Anfang Juli wurden er und seine Mitjäger des Reviers Amelgatzen (Gemeinde Emmerthal/ Niedersachsen) von einem Landwirt informiert, dass sich an der Emmer eine Sau aufgehalten hätte und „komisch“ aussehen würde – irgendwas sei vom Haupt runtergehangen. Sofort schauten sie nach, jedoch ohne Erfolg. Daraufhin verständigten sie auch den angrenzenden Jagdnachbarn.

Einen Tag später meldete ein Anwohner den Jägern eine Sau, die sich in der Emmer aufhalten würde. Und das schon seit fast einer Stunde, nur etwa 80 Meter von seinem Haus entfernt. Erneut machten sich die Jäger auf den Weg dorthin. Doch als sie angekommen waren, hatte das merkwürdig aussehende Stück Reißaus durchs Feld Richtung Wald genommen. Aufgrund des schönen Wetters waren viele Spaziergänger unterwegs, weshalb die Nachsuche notgedrungen abgebrochen werden musste. Am gleichen Abend setzten sich die Waidmänner in dem Bereich an. Doch auch der Ansitz blieb erfolglos. Inzwischen wurde auch ein Förster der Niedersächsischen Landesforsten informiert, der ein angrenzendes Revier betreut.

In der Nähe dieses Flusses hielt sich der Überläuferkeiler immer wieder auf. © Matthias Klett

In der Nähe dieses Flusses hielt sich der Überläuferkeiler immer wieder auf.

Zwei Tage vergingen seitdem. Als Matthias Klett abends auf seinen Hof fährt, hält ein Auto mit einem Schlauchboot bei ihm an. Der Fahrer, ein guter Freund des Jägers, fragte salopp: „Willst Du ein Wildschwein schießen?“ Dann berichtete er, dass er beim Bootfahren auf der Emmer hinter einer Stromschnelle ein Stück Schwarzwild gesehen hat, welches beim Vorbeifahren nicht weggelaufen sei. Kurze Zeit später war Matthias Klett mit einem Mitjäger an der beschriebenen Stelle - endlich wurde der Sau der erlösende Fangschuss angetragen.

Wie die Verletzung entstand, wissen die Grünröcke nicht. Durch das Revier verläuft eine Bahntrasse. Sie vermuten, dass dem Überläuferkeiler das Gebrech von einem Zug abgefahren wurde. Matthias Klett