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Schwarzwald-Luchs verendet aufgefunden

Der noch nicht ausgewachsene Luchs zeigte deutliche Spuren von Unterernährung. Foto: FVA © FVA
Der noch nicht ausgewachsene Luchs zeigte deutliche Spuren von Unterernährung. Foto: FVA © FVA

Der noch nicht ausgewachsene Luchs zeigte deutliche Spuren von Unterernährung. Foto: FVA

Nach einem Abgleich der Fellzeichnung steht fest, dass es sich bei dem im März gesichteten Luchs und dem am 2. Juni verendet aufgefundenen "Pinselohr" um das selbe Tier handelt. In einer Pressemitteilung der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA), die den Kadaver in Zusammenarbeit mit dem Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt in Freiburg (CVUA) hinsichtlich der Todesursache untersucht hat, heißt es dazu: Als vorläufiges Ergebnis steht fest, dass das stark abgemagerte Tier in Folge einer Erkrankung der Leber und der Nieren sowie einer Entzündung im Darmtrakt gestorben war. Derzeit werden weitere Analysen durchgeführt, um einen möglichen Krankheitserreger zu identifizieren“. Und weiter: „Bei der Untersuchung des Luchses wurden keinerlei Hinweise auf einen Tod durch Fremdeinwirkung festgestellt“.
Wo her der Luchs stammt, ist noch nicht bekannt. Eine DNA-Analyse soll dies klären. Nach Erkenntnisen der FVA dürfte es sich jedoch um keinen in der Region entkommenen „Gehegeluchs“ handeln. Eine Zuwanderung aus Frankreich oder der Schweiz gilt daher als wahrscheinlich.
Der Landesjagdverband (LJV) Baden-Württemberg hat auf den Fund ebenfalls mit einer Presseaussendung reagiert. Landesjägermeister Jörg Friedmann äußert sich darin wiefolgt: „Zugewanderte Luchse sind uns jederzeit willkommen. Deswegen übernahm der Landesjagdverband gerne die Patenschaft für den Neuankömmling. Dass dieser Besuch so ein Ende nimmt, stimmt mich traurig“.
Der LJV ist seit Jahren Mitglied einer „Arbeitsgruppe Luchs“ in der sich Vertreter von Jagd, Naturschutz, Landwirtschaft, Forschung und Verwaltung engagieren. Während dort auch über eine Wiederansiedlung diskutiert wird, plädiert die Landesjägerschaft dafür, lieber eine natürliche Zuwanderung zu ermöglichen und durch Lebensraumgestaltung und Vernetzungsmaßnahmen zu begleiten.
Hinweise auf das Vorkommen von Luchs oder Wolf in Baden-Württemberg können unter der Telefonnummer 0761/4018-274 an die FVA gemeldet werden. Sie koordiniert das landesweite Monitoring.
JMB