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Schwarzkittel verstärkt bejagen!

Umgewühlter Deich: Wildschäden wie diese können zum Teil lebensbedrohlich werden. Foto: Holger Nebel © Holger Nebel

In Zukunft werden den Waidmännern im Landkreis Dahme-Spreewald die Kosten für Trichinenuntersuchungen von Schwarzwild erlassen. Das geht aus einer Pressemitteilung des LJV-Brandenburg hervor. Bergründet wird dies unteranderem durch das wachsende Infektionsrisiko der Afrikanischen Schweinepest (ASP), welches im Besonderen einen Abschuss von Frischlingen erfordert. Da aber bisher eine Untersuchung nicht unbedingt kostendeckend möglich war, soll damit ein Anreiz geschaffen werden, zumindest vorübergehend auch kleinere Stücke zu erlegen. Die Aktion läuft – unabhängig von Alter und Gewicht – ab 1. August und ist befristet bis 31. Oktober, Bedingung ist die zusätzliche Abgabe einer Blutprobe für das ASP-Monitoring.
Auch im Nationalpark Unteres Odertal können die Jäger finanzielle Unterstützung erwarten. Aufgrund von Schäden am Hochwasserdeich entlang der Oder – im Jahr 2015 waren es 300 000 Euro – sollen zukünftig 20 Euro für jedes gestreckte Stück Schwarzwild ausgezahlt werden. Die Regelung gelte für alles Schwarzwild, welches im Nationalpark oder in Randbereichen erlegt wird. Hintergrund ist neben prognostizierten, steigenden Schäden, dass durch das Aufbrechen der Grasnarbe im Extremfall die Schutzwirkung des Deiches von einer Woche auf wenige Stunden herabgesetzt werden kann.
Zur besseren Bejagung wurden schon jetzt 50 Kirrungen per Ausnahmegenehmigung zugelassen. Sollte dies nicht den gewünschten Effekt erzielen, wird über den Einsatz von Saufängen, sowie die Einstellung eines Berufsjägers nachgedacht. Aktuell wurde den örtlichen Jägern, vom Vorsitzenden des Nationalpark-Kuratoriums Karsten Stornowski, aber noch vollstes Vertrauen ausgesprochen.
Weitere Gelder sollen in die Besenderung von 15 Stück Schwarzwild investiert werden, um Einblicke in Wanderrouten und bevorzugte Einstandsflächen zu erhalten.
Rasso Walch