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Schwarz das neue Grün?

Die Stimmung war aufgeheizt beim Landesjägertag am vergangenen Wochenende.


Gleich zu Beginn wurden die Anwesenden auf eine harte Probe gestellt. So behauptete die Abgeordnete Martina Braun (Bündnis 90/Die Grünen), ihre Partei hätte das Waidwerk mit dem Jagd- und Wildtiermanagementgesetz (JWMG) wieder in der Mitte der Gesellschaft verankert. Die Grußworte der FDP und AfD fanden hingegen mehr Anklang bei den Anwesenden. So attestierte der Vertreter der AfD dem JWMG "wenig Eigenverantwortung, aber viel Entmündigung". Andreas Glück (FDP) hielt sein Versprechen von vor zwei Jahren und präsentierte der Versammlung seinen Jagdschein. Laut ihm habe die neue Koalition (Grüne u. CDU) nicht viel von dem umgesetzt, was vorher versprochen wurde.

Auch Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) kam zu Wort. Die vergangenen Jahre kritisierte er die grünen Vorstöße beim JWMG noch aufs Schärfste. Jetzt erklärt er den Anwesenden, dass man keine Wunder erwarten dürfe. Schließlich würden große Teile der Gesellschaft nichts mehr mit der Nutzung von Tieren anfangen können. Aufgrund des Wahlergebnisses könne man das JWMG auch nicht wie ein "Muskelmann" grundlegend verändern. Stattdessen hob er seine Schritte im Bereich der Schwarzwildbejagung im März hervor. Nach Gelächter aus den Reihen der Zuhörer über diese Aussage drohte der Minister: "Ich kann's auch wieder zurücknehmen!"

Der Konter von Landesjägermeister Dr. Jörg Friedmann fiel entsprechend scharf aus: Dass das Schwarzwild zum Prüfstein der Jagd im Land werde, sehe er nicht. Schließlich wurde zuletzt eine Rekordstrecke erzielt. Außerdem warf Friedmann dem Minister vor, dass Verkehrssicherungsmaßnahmen bei großangelegten Drückjagden nur dann gebührenfrei seien, wenn auch Rehwild und vorallem Böcke frei gegeben werden. Woher da der Wind weht, ist der Tatsache zu entnehmen, dass Hauk sich selbst als "Försterjäger" bezeichnet.

Mehr dazu demnächst in der PIRSCH.


Sascha Numßen Seit Mai 2011 PIRSCH-Chefredakteur. Geboren 1971 in Frankfurt (Hessen), Jagdschein seit 1994, Studium in München, Diplom-Forstwirt.
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