Home News Schutz vor Wölfen: Schafe auf Deichen werden eingezäunt

Schutz vor Wölfen: Schafe auf Deichen werden eingezäunt

Eva Grun mit Drahthaar. © Laura Grun
Eva Grun
am
Montag, 31.08.2020 - 16:50
Deich-Zaun © Kreis der Wasser- und Bodenverbände im Altkreis Wesermünde
Der verstärkte Zaun mit Robinienholzpfählen, Stromlitzen auf 1,40 m Höhe und gewährleisteten Untergrabeschutz durch den Tiefbord mit Rückenstütze aus Beton am Straßenrand.

Am 25. August hat die Auftaktveranstaltung für das Pilotprojekt „Deich und Wolf“ des Deichverbands Osterstader Marsch im Landkreis Cuxhaven (Niedersachsen) stattgefunden. Wie Thomas Ströer, Geschäftsführer des Kreisverbandes der Wasser- und Bodenverbände im Altkreis Wesermünde, gegenüber der Redaktion erklärt, erhoffe man sich durch das Projekt Erkenntnisse, inwiefern ein Herdenschutz am Deich möglich ist.

Als Schutzmaßnahme setzt man auf Zäune mit einer Elektrifizierung. Diese bestehen aus einem Knotengittergeflecht sowie aus zwei bis drei Stromlitzen und sind 1,5 Meter hoch. Auf eine stromführende Litze im unteren Bereich wird derzeit verzichtet, da der Zaun an einen Bordstein angrenzt und so ein Untergraben ausgeschlossen wird.

Schaltschränke für die dauerhafte Elektrifizierung der stromführenden Zaunlitzen mit 8-10 kV.

Gesamtkosten belaufen sich auf 420.000 Euro

Insgesamt wurden rund 48 Kilometer Zaunmaterial verbaut. Etwa 18 Kilometer wurden als feste und dauerhafte Maßnahme angefertigt. Die restlichen 30 Kilometer bestehen aus einem mobilen Zaun. Das niedersächsische Umweltministerium unterstützt die Aktion mit einer einmaligen Förderung in Höhe von 375.000 Euro. Die Gesamtkosten belaufen sich, laut Ströer, allerdings auf 420.000 Euro. Daher wolle man nochmals das Gespräch mit dem Ministerium suchen.

Jägerschaft miteinbezogen

Ein Arbeitskreis mit Vertretern des Ministeriums, dem Deichverband, Schäfern sowie dem Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) und dem Landkreis begleitet das Projekt, so die Pressestelle des Ministeriums. Die Laufzeit erstreckt sich auf fünf Jahre, wobei jährlich eine Bewertung stattfinden soll. Auch die örtliche Jägerschaft ist ins Projekt miteinbezogen, so Thomas Ströer. Man wolle in der Zukunft auch den Einfluss des Zauns auf Wildtiere, wie beispielsweise Rehe, bewerten und einordnen.


Kommentieren Sie