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Mit Schrot gegen den Ochsenfrosch

Bei Karlsruhe werden Ochsenfrösche mit Schusswaffen bekämpft (Symbolbild).


Im Landkreis Karlsruhe (Baden-Württemberg) wird der Ochsenfrosch bereits seit Jahren bekämpft. Dies bestätigte Daniel Raddatz, Leiter des Referat 56 Naturschutz und Landschaftspflege des Regierungspräsidiums gegenüber der Redaktion. Die Zuständigkeit für den Ochsenfrosch, der zu den invasiven Arten zählt, sei früher beim Landratsamt gelegen, wurde aber inzwischen dem Regierungspräsidium übertragen.

Schusswaffen zur Dezimierung

Der nordamerikanische Ochsenfrosch erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von bis zu 20 Zentimetern und wird bis zu einem Kilogramm schwer. Die gefräßigen Tiere stellen laut Raddatz eine Gefahr für andere Amphibien und Fische dar. In Europa wurden die Neozoen von Menschen eingeführt, hauptsächlich aus kulinarischen Gründen.

Man habe versucht, die Lurche mit Pfeil und Bogen, sowie Blasrohr zu bekämpfen, erklärt Raddatz. Aufgrund guter Erfahrungen in Frankreich mit dem Einsatz von Schusswaffen zur Dezimierung der Ochsenfrösche sei man inzwischen ebenfalls dazu übergegangen, den Tiere derart nachzustellen. Die Ausführung werde allerdings nur von beauftragten Personen des Regierungspräsidiums vorgenommen, so Raddatz weiter. Es gebe strenge Auflagen für die Einsätze.

Gefahr für andere Arten

Zur Bekämpfung der Amphibien dürfen demnach die Kaliber .17 HMR, .22 LR und 9mm Florbert Schrot eingesetzt werden. Es müsse immer darauf geachtet werden, dass eine Gefährdung des Hinterlandes ausgeschlossen sei. Die Maximale Schussentfernung wurde auf sieben Meter eingegrenzt, erläutert Raddatz. Die getöteten Frösche werden nicht verwertet, allerdings werden einige davon auf ihren Mageninhalt hin untersucht. Man versucht auch, den Laich und die Kaulquappen der Ochsenfrösche zu entnehmen.

Ganz neu ist die Methode wohl nicht. Wie "Stern.de" berichtet, wurden bereits in den 1930er Jahren in Niedersachsen Ochsenfrösche, die aus einer Farm entkommen waren, mit Schrot bekämpft.


Sascha Bahlinger ist seit 2017 bei den dlv- Jagdmedien als Volontär tätig. Den Jagdschein hat er während des Studiums der Forstwissenschaft 2014 erworben.
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