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Schreiadler-Horst verschwunden

Nur noch 22 Reviere des Schreiadlers sind in Deutschland bekannt.


Bei der Gemeinde Wandlitz (Landkreis Barnim, Brandenburg) ist ein Schreiadler-Horst verschwunden. Wie ein Sprecher des Landesamts für Umwelt (LfU) bekannt gab, seien an dem Horstbaum bei einer Kontrolle durch Experten im April Spuren von Steigeisen gefunden worden. Vom Horst sei jedoch absolut nichts übrig gewesen. In den beiden Vorjahren sei der Horst jeweils besetzt gewesen. Die Winterstürme als Ursache seien auszuschließen, da der Horst nach diesen noch einmal kontrolliert worden war. Das Entfernen eines Schreiadlerhorstes sei ein schweres Artenschutzvergehen.

Ändert nichts am Baustopp

Die Gemeinde Wandlitz befinde sich aktuell in einem Widerspruchsverfahren gegen den Ausbau eines nahegelegenen Windparks, so eine Sprecherin der Gemeinde gegenüber der Redaktion. Dort sollten zwei neue Windräder gebaut werden, vorerst habe es jedoch einen Baustop gegeben. Die geplanten Windkraftanlagen liegen im Schutzradius des betroffenen Horstes.

Laut LfU wird die Horstzerstörung jedoch keine Auswirkungen auf das Genehmigungsverfahren haben, weil dieses Jahr erneut ein Adlerpaar im Umkreis nachgewiesen wurde. Außerdem besitzen auch nicht mehr besetzte Horste einen Schutz für mehrere Jahre. Der Schreiadler ist das Wappentier Brandenburgs. Zur Zeit gibt es in Deutschland nur 22 bekannte Territorien.


Sascha Bahlinger ist seit 2017 bei den dlv- Jagdmedien als Volontär tätig. Den Jagdschein hat er während des Studiums der Forstwissenschaft 2014 erworben.
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