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Schonzeitverkürzungen in Mecklenburg-Vorpommern geplant

Rehbock-im-Winter © Erich Marek
Rehböcke sollen künftig bis zum 31. Januar bejagbar sein.

Auch in Mecklenburg-Vorpommern macht man sich Gedanken über steigende Waldschäden. Zu einem Spitzengespräch lud Dr. Till Backhaus am Freitag (22.11) Jäger, Forstleute, Waldbesitzer und Umweltschützer ein. Grund für das Gespräch war die vorangegangene Kritik von Naturschutzverbänden, wie etwa dem NABU, die der Meinung sind, dass es gebietsweise zuviel Rot-, Dam- und Rehwild gebe und diese dem Wald zu schaffen machen würden.

Um Verjüngungs- und Anpassungprozesse voran zu treiben, müssten die Schalenwildbestände auf ein verträgliches Maß geführt werden. Sollte es dafür keine Lösung geben, würden auch die angekündigten Förderprogramme des Bundes zur Wiederaufforstung und zum Waldumbau nicht viel bringen. „Dann werden die staatlichen Zuschüsse nämlich in Größenordnungen in den Wildmägen landen. Das wäre nicht nur ein Bärendienst für den Klimaschutz, sondern würde langfristig auch das Aus für die heimische Forstwirtschaft bedeuten“, so Backhaus. Um dieses zu verhindern, will Mecklenburg-Vorpommern unter anderem die Schonzeiten verkürzen. 

Jagdzeit für Rehböcke bis 31. Januar

So soll beim Rehwild der Bockabschuss künftig von Mitte April bis Ende Januar des Folgejahres möglich sein. Auch soll die Sperrwirkung des Abschussplanes für Schalenwildarten der Altersklasse 0 (Kitze bzw. Kälber) und 1 (einjährige Stücke) aufgehoben werden. Jäger könnten also künftig auch dann noch Stücke aus diesen Klassen erlegen, wenn der Abschussplan schon erfüllt aber dennoch sehr viel Wild im Revier ist. Des Weiteren wird über die Einführung eines 3-Jahresabschussplans nachgedacht.

Kein Klimaschutz mit der Büchse

Der Landesjagdverband Mecklenburg-Vorpommern hält dagegen an den bewährten Jagd- und Schonzeiten fest. „Als Anwälte des Wildes lassen wir es nicht zu, dass das Klima nun mit der Büchse gerettet werden soll und dabei Weidgerechtigkeit und Tierschutz auf der Strecke bleiben. Das ist mit uns nicht verhandelbar“, so der LJV in einer Pressemitteilung. Man wolle sich gemeinsam mit den Mitgliedern in den nächsten Tagen mit den Ergebnissen des Runden Tisches befassen.


Kathrin Führes geboren in Lingen, Jagdschein seit 2014, hat nach dem Abitur Forstwissenschaft an der TU München studiert und ist nun seit 2015 bei der PIRSCH.
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