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Schonzeitaufhebung für Muffelwild in Rheinland-Pfalz bis 2021

Eva Grun mit Drahthaar. © Laura Grun
Eva Grun
am
Samstag, 04.04.2020 - 15:00
Muffelwild-Widder © photocech - stock.adobe.com
In Rheinland-Pfalz wurde für bestimmte Gebiete die Schonzeit auf alles Muffelwild bis März 2021 aufgehoben.

Die Landesforsten Rheinland-Pfalz haben Anfang März einen Antrag zur Schonzeitaufhebung gestellt. Diesem wurde vor kurzem von der Oberen Jagdbehörde zugestimmt. Demnach darf ab sofort auf Flächen der Landesforsten, die in Eigenregie bejagt werden und sich außerhalb der Bewirtschaftungsgebiete von Muffelwild befinden, auf alles Muffelwild – unter Beachtung der zur Aufzucht notwendigen Elterntiere – bis 31. März 2021 gejagt werden. Wie die Pressestelle des Ministeriums für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten (MUEEF) mitteilt, haben diesen Antrag auch private und kommunale Waldbesitzer gestellt. In Rheinland-Pfalz wurden im Jagdjahr 2018/2019 insgesamt 1.748 Stück Muffelwild erlegt.

Des Weiteren wird die Schonzeit für Schmalrehe, Rehböcke sowie Schmaltiere und -spießer von Rot- und Damwild, aber auch für Schmalschafe und Jährlinge beim Muffelwild von 15. April bis 30. April 2020 aufgehoben. Dies gilt für alle in Eigenregie bewirtschafteten Flächen der Landesforsten Rheinland-Pfalz.

Der Grund ist die Aufforstung stabiler Wälder

„Nach § 32 Abs. 1 Satz 3 LJG kann die Obere Jagdbehörde die Schonzeiten für bestimmte Gebiete oder für einzelne Jagdbezirke aus besonderen Gründen, insbesondere aus Gründen der Landeskultur, zur Vermeidung von übermäßigen Wildschäden sowie bei einer Störung des biologischen Gleichgewichts abkürzen oder aufheben“. Die geschädigten Wälder müssten „durch eine zeitnahe Wiederbestockung der Kalamitätsflächen“ klimaresilient werden, so die Forstverwaltung. Eine entsprechende Jagdausübung soll einen wesentlichen Beitrag zur erfolgreichen Wiederaufforstung und zur Stabilisierung der Naturverjüngung leisten.

Kritik vom Landesjagdverband

Der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz äußert gegenüber der Schonzeitaufhebung Kritik. So heißt es in einer Pressemitteilung: "Der LJV gab bereits im Herbst 2019 mit seiner 'Pirmasenser Erklärung' und dem Positionspapier 'Waldschäden und Waldwandel durch Klimastress – eine gemeinsame Herausforderung für Waldbau und Jagd' den eignen Forderungen nach ökologisch leistungsfähigen und artenreichen Wäldern Nachdruck. Dabei stellt die Jagd nur eines von vielen Instrumenten dar, um den Folgen des Klimawandels für die heimischen Wälder entgegenzuwirken. (…) Die Entscheidung der Oberen Jagdbehörde wird dennoch durch einen Fachanwalt für Verwaltungsrecht überprüft, um juristische Schritte hiergegen vorzubereiten."


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