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Schonzeitaufhebung bei allen Schalenwild-Arten in Brandenburg

Hannah Reutter. © Hannah Reutter
Hannah Reutter
am
Montag, 20.01.2020 - 17:40
Rothirsch-trollend © Erich Marek
Auf Schwarzwild-Drückjagden soll nun in Brandenburg auch anderes Schalenwild mitbejagt werden dürfen.

In Brandenburg sorgt ein Schreiben der Obersten Jagdbehörde für Aufruhe. Zum 15. Januar endete die Jagdzeit für Reh-, Dam-, Rot- und Muffelwild in dem ostdeutschen Bundesland. Doch nun soll die Schonzeit aufgehoben werden. In besagtem Schreiben informiert das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz den Landesjagdverband Brandenburg sowie den Ökologischen Jagdverband Brandenburg-Berlin darüber, dass ab dem 17. Januar Anträge auf eine Schonzeitaufhebung genehmigt werden.

Zunächst solle dies bis zum 31. Januar der Fall sein. Weiterhin werde aber beabsichtigt auch Anträge bis zum 29.2. zu genehmigen, sofern Bewegungsjagden auf Schwarzwild durchgeführt würden. Schwarzwild solle verstärkt bejagt werden, da die Afrikanische Schweinepest nur noch 21 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt ist.

"Dramatischer Verjüngungszustand des Waldes"

„Aus Gründen des Tierschutzes sind Drückjagden (Dauer ca. 3 h) vielen Einzeljagden eindeutig vorzuziehen, da die Beunruhigung deutlich geringer ausfällt und vor und nach der Drückjagd Jagdruhe herrscht“, heißt es in dem Schreiben. Da aber bei Drückjagden auf Schwarzwild ohnehin alles an Wild beunruhigt würde, solle auch alles erlegt werden dürfen.

Sowohl „die Höhe der Wildpopulation als auch der insgesamt dramatische Verjüngungszustand im Wald in Brandenburg“ spräche demnach dafür, alles Schalenwild bei dieser Gelegenheit mit zu erlegen. Der Landesjagdverband Brandenburg zeigt sich empört über diesen Vorgang und appelliert in einer Pressemitteilung an seine Mitglieder, „diesem ‚Rundumschlag‘ der Behörde nicht zu folgen.“