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Schleswig-Holstein/Niedersachsen: Zwei Wölfe werden getötet

Der Abschuss des Wolfes "GW717M" ist rechtskräftig.


Das Landwirtschaftsministerium in Schleswig-Holstein hat heute den Antrag zur Entnahme des Wolfes mit der Bezeichnung"GW924m" genehmigt. Das Tier gilt als verhaltensauffällig und hat mehrfach Nutztiere gerissen, obwohl diese durch empfohlene Herdenschutzmaßnahmen geschützt waren. Gemeinsam mit dem Landesjagdverband wird eine Gruppe ausgewiesener Fachleute beauftragt, den Wolf zu erlegen. 

"Trotz des strengen Artenschutzes sind im vorliegenden Fall angesichts der umfassend ergriffenen Präventionsmaßnahmen und der drohenden, erheblichen wirtschaftlichen Schäden Umstände gegeben, die einen ausnahmsweisen Abschuss dieses Wolfes erlauben", so Umweltminister Jan-Philipp Albrecht (Bündnis 90/Die Grünen) in einer Pressemitteilung.

Dies ist der erste Fall in Deutschland, dass ein Wolf aufgrund von Nutztierschäden entnommen wird.

Warum "GW924m" getötet werden soll

Der Wolfsrüde "GW924m" hat in mindestens fünf, wahrscheinlich aber in acht Fällen wolfssichere Zäune überwunden und Nutztiere gerissen. Dies ist durch genetische Nachweis eindeutig festgestellt worden. Eine Vergrämung von Wölfen, die Schutzmaßnahmen überwinden, gilt als nicht praktikabel. Dieser Meinung ist auch das Landwirtschaftsministerium in Schleswig-Holstein. 

Weiterhin wird ein Einfangen des Grauhundes und ein anschließendes Leben in Gefangenschaft in diesem Fall nicht als Alternative betrachtet. Wölfe, die in Freiheit leben, könnten sich nicht an das Leben in Gefangenschaft anpassen, so das Ministerium. 

Schießt man wirklich den Problemwolf?

Die Genehmigung zur Entnahme ist zeitlich und örtlich begrenzt. Im entsprechenden Gebiet gibt es keine anderen Wolfsnachweise als von "GW924m". Aufgrund eines Fotonachweises sei sichergestellt, dass der Problemwolf als Einzeltier unterwegs ist. Man geht mit hoher Wahrscheinlichkeit davon aus, dass sich im Streifgebiet aktuell oder in näherer Zukunft auch kein anderer Wolf aufhalten wird. 

Niedersachsen: Leitrüde wird entnommen

Auch in Niedersachsen soll ein Wolf aufgrund von zu vielen Nutztierrissen entnommen werden. Auch er überwand mehrfach als wolfssicher geltende Zäune und riss neben Schafen auch Rinder und Alpakas. Der Leitrüde des Rodewalder Rudels wurde zum Abschuss freigegeben, gab das Umweltministerium bekannt. Man möchte damit verhindern, dass die Nachkommen das Verhalten übernehmen.


Hannah Reutter geboren in Stuttgart, in der Landwirtschaft aufgewachsen, Jägerin und Führerin von DD & Dackel, seit 2018 bei den dlv Jagdmedien als Volontärin tätig.
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