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Schleswig-Holstein: Damhirsch gewildert

Damhirsch-Wilderei-Schuss © Olaf Malmström
Das verschollene Projektil aus einer unbekannten Waffe durchschlug den Wildkörper.

Am vergangenen Samstagmorgen erhielt der Jäger Olaf Malmström die Meldung, dass ein toter Damhirsch auf einem Weg in seinem Revier liege. Malmström ist seit 1987 Jagdaufseher des Eigenjagdbezirkes Gut Warleberg (Landkreis Rendsburg-Eckernförde, Schleswig-Holstein). Der Waidmann fand einen verendeten Schaufler vor. An dem Hirsch stellte er eine Schussverletzung fest. Daraufhin verständigte Malmström die Polizei, den Hegegemeinschaftsleiter sowie den zuständigen Hegeringleiter.

Das Projektil durchschlug die glatt die Lunge. © Olaf Malmström

Das Projektil durchschlug die glatt die Lunge.

Als die Polizei eintraf, öffnete der Jäger den Brustkorb des Hirsches und entnahm Lunge und Herz. „Im Burstkorb waren nun der Einschuss kurz hinter dem Schulterblatt und der Ausschuss gut zu sehen. Die Lunge wies einen Durchschuss auf, das Herz wurde nicht durchschlage. Der gesamte Wildkörper war mit Blut gefüllt“, berichtet Olaf Malmström.

Damhirsch-Wilderei-SH © Olaf Malmström

Der gefundene Damhirsch wies eindeutige Hinweise einer Schussverletzung auf.

Wilderei seltenes Phänomen in der Gegend

Der Hirsch befand sich beim Auffinden bereits in der Totenstarre. Die Temperatur in der Brusthöhle betrug laut Malmström aber noch etwa 20-25 Grad Celsius. Malmström geht davon aus, dass der Hirsch am Abend zuvor zwischen 22 und 2 Uhr in der Nacht beschossen wurde und erst später verendet ist. Die Polizei nahm eine Anzeige wegen Wilderei gegen Unbekannt auf. Die informierten Nachbarreviere konnten bei der Suche nach dem Schützen nicht weiterhelfen.

Gegenüber der Redaktion sagte ein Polizeisprecher, dass Wilderei in dieser Gegend ein „eher seltenes Phänomen“ sei. Sowohl Polizei als auch Malmström gehen aufgrund der Größe des Ein- und Ausschusses von der Verwendung eines Vollmantelgeschosses aus.

Die Polizei Gettorf hofft auf Hinweise, die unter der Telefonnummer 04346/2965000 gemeldet werden können. 


Hannah Reutter geboren in Stuttgart, in der Landwirtschaft aufgewachsen, Jägerin und Führerin von DD & Dackel, seit 2018 bei den dlv Jagdmedien als Volontärin tätig.
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